Verhältnisse - Detail

Gipfel: "Carpe diem", Rubihorn Nordwand

Route:

Alban Glaser Andreas Steck

Verhältnisse

06.01.2005
Schöne, alternative Tour, links der klassischen Linie.
"Carpe diem" , 05.01.2005 Alban Glaser, Andreas Steck;
9 Seillängen im Fels/Steilgras ( 7 davon eigenständig), meist Mixed 2-3 mit Stellen Mixed 4, bis 40 Grad im oberen Wandteil bis Gipfel
Interessante, durchaus lohnende Route die von den Schwierigkeiten anspruchsvoller, homogener und länger im Fels als die klassische Nordwand (Link: http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=830) ist.
Felsqualität wie bei klassischer Nordwand meist gut.

Tourenbeschreibung:
Am Anfang auf 2 Seillängen identisch zur klassischen Nordwand (siehe Link: http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=830 )Auf der alten Nordwandroute bis zu Stand unterhalb des Rechtsquergangs (Ende der 2. Seillänge).
3.Seillänge:
Ab Abzweig klassische Nordwand (siehe Bild im Anhang) einfach auf Schneeband waagrecht links querend und dann noch rechts hochsteigen in Richtung dachartigem Wandriegel in Rinne. 10m unterhalb des Riegels Stand möglich am Anfang einer kleinen Rinne.
4.Seillänge:
Durch die Rinne empor (Mixed 2-3) zum Felsriegel (Haken rechts) und schräg rechts über ihn hinweg (Mixed 4). Nun weiter in anspruchsvollem Gelände weitere 20m empor (Mixed 3). Selbst mit Haken schlecht absicherbar (Keile nutzlos). Nach 20m gute Köpflschlinge-Möglichkeit rechts. Nun 10 leichtere Metern bis zu Stand rechts an Block (Risse mit guter Hakenmöglichkeit). Hier kann man alternativ rechts über die stark grasdurchsetzte Felskante ausqueren in die alte Nordwandroute und kommt dann am Fuß des Wasserfalls vorbei.
5.Seillänge
Kurz links schräg bergauf dann weiter gerade empor bis zur Wandstufe (hier gute Keilmöglichkeit). Nun linksquerend um die Ecke (etwas heikel) und noch ein Stück gerade hoch bis an den Fuß einer Verschneidung (insg. meist Mixed 2 Stellen 3). Hier Stand mit mehreren Haken gut möglich.
6.Seillänge:
2m empor zu belassenem kleinem Friend. Schwierig über abdrängende Kletterstelle (Mixed 4) und schwierig (Mixed 3-4) weiter 10m empor (einmal gute Camelot-1-Möglichkeit rechts) zu Wandstufe (gute Keilmöglichkeit) und linksquerend (Mixed 2-3) um die Ecke in den Trichter unterhalb der markanten Rampe (siehe Bild). Noch ein Stück in den Trichter an rechter Wand entlang zu kleinem Überhang rechts mit Haken+Sanduhrreepschnur.
7.Seillänge:
Nun links die Rampe (Einzelstellen Mixed 2-3) hinauf. Ersten 55m leichter mit guter Standmöglichkeit rechts an Felszacken.
8 +9 Seillänge:
Weiterweg über die Rampe nun mit Einzelkletterstellen meist Mixed 2 empor bis zu den ersten Latschen. Stand möglich (bis hierher ca. 50m). Etwas rechts heraus und seitlich an dem Latschengürtel weiter 30m empor bis man in flacherem Gelände steht. Stand hier an Latschen gut möglich.
Nun in einfachem (bei viel Schnee aber sehr mühsam) und meist flachem Latschenkiefer- Gelände (Stellen 40Grad) leicht schräg rechts hoch zum Gipfel, oder gerade empor bis zum Nordostgrat und über ihn entlang zum Gipfel.

Es wurden 1 Standhaken, und zwei Absicherungspunkte vor schweren Einzelstellen belassen. Standplätze fast ausschließlich mit Felshaken einzurichten.
Sonstiges Material: 60m Seil, mehrere Felshaken zur Zwischensicherung, mittleres Klemmkeilsortiment und Friends bis Camelotgröße 1, mehrere Schlingen, 2 Eisgeräte, Steigeisen.
Da die Wand überall mit kleinen bis kleinsten Grasnarben übersät ist kann fast in der ganzen Tour mit dem Eisgerät von Grasfleck zu Grasnarbe geklettert werden. Funktioniert besser als entsprechend kleine Eisstrukturen.
Mixedbewertung ist sehr subjektiv da wir nur wenige Vergleichstouren im Mixedgelände gemacht haben.

Tour wurde nahezu exakt bereits am 2.12.2000 schon von Ralph Eggart,Mathias Kennerknecht und Florian begangen. Wobei die damaligen Begeher sich auch nicht sicher sind, ob sie die ersten waren. Jedoch geben auch sie die Schwierigkeiten mit max Fels (UIAA) 5, meist 3-4 an. So dass, die angegebene Bewertung M4 meist M2-3 stimmen dürfte.

Derzeit viel Lockerschnee in der Wand. Zustieg und vor allem Oberer Wandtrichter sehr mühsam zu spuren. Im Abstiegshang bis oberer Gaißalpsee ca. 1m lockerer, pulvriger Schnee (lawinengefährdet). Oberer Gaißalpfall sieht wieder kletterbar aus.


Besseres Übersichtsbild unter folgendem Link: http://www.bergsteigen.at/Forum/Thema.aspx?ID=16023
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06.01.2005 um 17:39
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By|Sn|Vy