Verhältnisse - Detail

Gipfel: Schlucht bei Cresta

Route:

Pascal Manetsch

Verhältnisse

23.01.2005
Die Schlucht bei Cresta bietet jede Menge gutes und kompaktes Eis. Dennoch gibt es einige Säulen, die Querrisse aufweisen. So z.B. die eine Säule der beiden Mixedrouten unterhalb Crestas, in der Nähe der kleinen Brücke (nicht die Hängebrücke, sondern die andere Hölzerne weiter taleinwärts!).
In den Mixedrouten hat es viele abgebrochene (passiv und aktiv?) Eiszapfen. Die Eisstruktur zeigt deutlich, dass das Eis bei dem Mixedrouten in letzter Zeit durch den Schmelzvorgang an Volumen und Grösse verloren hat. Die linke Säule der linken Route weist einen feinen Haarriss auf. Deshalb ist vorallem, aber nicht nur, dort vorsicht geboten.

Das Eis ist teilweise tiptop, andererseits splittrig und spröde. Solche Stellen liegen paradoxerweise oft gleich nebeneinander.

Einige Sonnenstrahlen verirrten sich sogar in die sonst sehr sonnenarme Schlucht. Obwohl die Schlucht die Sicht zum Himmel stark einengt, konnten wir praktisch den ganzen Tag den blauen Himmel bewundern.

Der Bach ist leider noch immer nicht zugefroren. Deshalb ist dabei Vorsicht geboten, sich nicht mit zu viel Euphorie auf die andere Bachseite zu stürzen. Dieser Zustand des offenen Baches sowie die Oberflächenstrukturen des Eises weisen deutlich darauf hin, dass es im Avers in letzter Zeit wohl derart warm gewesen sein muss, dass nicht nur der Bach nicht zufror, sondern auch noch einiges Eis weggeschmolzen sein muss. (Die Querrisse weisen zudem auf eine grosse Temperaturdifferenz von Tag und Nacht auf, was wiederum den Eindruck von geschmolzenem Eis und offenem Bach unterstützt/bestätigt)

Die Neuschneemengen der letzten Woche (geschätzt etwa 50cm) haben dem Eis nicht viel angetan. Der Schnee ist wenig bis gar nicht mit dem Eis verbunden.
Solange kein Eis die Schneesicht bedeckt und darauf eine kritische Situation entstehen kann (v.a. beim Schrauben setzen), ist die Schlucht bei Cresta ein angenehm (kalter) Ort, um an kurzen, leichten bis anspruchsvollen Routen sich auszupowern. Wer noch immer nicht genug haben sollte, soll sich an dem Mixedrouten versuchen...
Bleiben die Temperaturen unter 0, so kann man weiterhin zahlreiche Stunden in der Schlucht verbringen.

Auf die freihängenden Säulen ist weiterhin acht zu geben. Die Querrisse sieht man nicht immer von unten.

TIPP: Anreise per Bus ist sehr gemütlich, verlangt aber eine generöse Zeiteinteilung. Ansonsten die offiziellen Parkplätze benützen.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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23.01.2005 um 21:07
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