Verhältnisse - Detail

Gipfel: Grosshorn NW "Feuz / von Almen"

Route:

Stefan B. Simon S.

Verhältnisse

13.06.2005
Am Freitagabend auf die Schmadrihütte aufgestiegen und genächtigt. Am Samstag Morgen um 3.30Uhr an der Schmadrihütte gestartet und zum Wandeinstieg gelaufen. Harter Firn, war in einer Std. zu schaffen. Wir sind um 4.30Uhr dann rechts über die Bergschründe zu dem ersten Felsriegel aufgestiegen. Diesen über den rechten Flaschenhals überklettert (gutes Wassereis), zuerst recht steil (einige Meter senkrecht) dann schnell flacher werdend. Nach dem ersten Felsriegel bietet sich eine Linksquerung an um den zweiten Felsriegel über die linke Rinne zu erklettern (nicht mehr so steil aber leicht kombiniert ca. III). Nun führte uns die Route in das lange Eisfeld linkshaltend am Gipfelaufbau vorbei. Ab hier sehr anstrengend. Scholliges Blankeis, mehrere Schläge mit der Eisaxt notwendig bis endlich guter Halt möglich war. Dieser Teil der Wand zieht sich unendlich. Bei immer dicker werdenden Wadeln um 16Uhr auf den Südostgrat ausgestiegen. Zum Gipfel nur noch einige Meter auf scharfem Schneegrat.

Zum Abstieg sind wir ein Stück den Südgrat hinunter und dann unterhalb der Steilstufen die Südwand bis in Falllinie des großen Felsaufbaus gequert (heikel da der Schnee sehr Faul war und immer wieder Bretter abgiengen). Schräg zum Westgipfel aufgestiegen und über den Westgrat zum Schmadrijoch abgestiegen. Ab hier rechtshaltend über Firnfelder zu den Wandstufen. Diese können alle rechtshaltend über enge Rinnen abgestiegen werden. Weiter rechtshaltend auf den letzten Gletscherbruch zu und diesen links ca. 10m abklettern. Nun flach bis an die Schmadrihütte zurück. Ankunft Schmadrihütte 21Uhr.

Die Grosshorn NW ist in einem optimalen Zustand und kann bis auf kleine Stücke komplett im Eis oder Firn gegangen werden. Wir hatten nur wenig Steinschlag. An die Kondition werden in dieser über 1200m hohen NW enorme Ansprüche gestellt. Gerade die letzten 300hm, wenn man meint man hat es geschafft, sind Konditionstechnisch der Knackpunkt. Man sollte auch noch genug Energie haben um den Abstieg konzentriet zu Meistern (nicht leicht).

Es war eines der eindrücklichsten Bergfahrten die uns jemals unterkamen.
Bei weiter kalten Temperaturen bleibt die Wand so gut. Bei weiterer Ausapperung ist mit mehr Kombikletterei zu rechnen, die Eisauflagen waren schon teilweise recht dünn. Bei erwärmung ist der Steinschlag vom Gipfelaufbau nicht zu unterschätzen. Der Abstieg wird sicher mit zunehmender Ausapperung schwerer. [Bild der Kletterlinie folgt]

Unter Tourenberichte gibts bald mehr:
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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13.06.2005 um 10:15
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