Verhältnisse - Detail

Gipfel: Kuchenspitze NW "durchs wilde Kurdistan"

Route:

Stefan B. Michi F.

Verhältnisse

20.06.2005
In der Kuchenspitze Nordwand gibt es nebst der klassischen Führe noch einen weiteren kombinierten Anstieg, "durchs wilde Kurdistan". Man steigt weiter rechts ein und hält auf die rechten Firnfelder zu. Hier ist mit bedeutend mehr Felskontakt zu rechnen als in der klassischen Führe (Für die ersten Seillängen empfehlen sich Kletterschuhe). Wir sind über die ersten Felsen rechts nach leicht links (IV-V), da wir den Orginaleinstieg nicht gefunden haben. Der beschriebene meist naße und plattige Linksquergang wurde von uns rechts umgangen, da wir unsere Taucherausrüstung daheim liegen gelassen hatten (Ohne Flaschensauerstoff ersaufft man da drin :) ). Die Firnfelder (50°-55°) tragen gut und man kommt recht schnell und immer logisch zu den Ausstiegsfelsen (III-IV). Von hier über den Ostgrat (III) zum Hauptgipfel. Das ist aber mit sehr viel auf und abklettern verbunden. Uns hat nach dem Kamin die Lust verlassen und wir sind über 4 SL. abseilen und einer SL abklettern auf das Firnbecken runter. Beim Abseilen an unseren Schlingen kommt man ziemlich unten in eine Wasserfallrinne (nochmal Taucherausrüstung erforderlich), hier befindet sich ein geschlagener Abseilstand mit gelb/roter Schlinge von mir. Haken Prüfen und dann unbedingt über diesen Abseilen. Vom oberen Köpfchen lässt sich weder das Seil abziehen noch reicht es bis an Firn. Die Abseilstände sind meist Kopfschlinge (D.h. es gibt keine Garantie dass sie noch da sind) und reihen sich nicht unbedingt nahtlos an einnander. Oft muß auch 20-30m abgeklettert werden. Über das Joch dann Problemlos. Den Gletscherbruch am Abstieg umgeht man am besten linkshaltend zw. Felswand und Bruch.

Alles in allem eine anspruchsvolle alpine Tour wobei die Schwierigkeiten im Fels und dem kurzen Verbindungsstück zw. beiden Firnfeldern liegen. Die Tour ist lange (viel länger als man glaubt). Es ist wenig bis garkein Fixes Material in der Tour, wir hatten einen Normalhaken gefunden.
Bei warmer Witterung herrscht Steinschlag. Der Queergang wird mit fortscheitendem Sommer wahrscheinlich begehbar. Die Verbindung zw. den Eisfeldern wird heikler.
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20.06.2005 um 11:54
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By|Sn|Vy