Verhältnisse - Detail

Gipfel: Monte Rosa

Route:

Rüdiger

Verhältnisse

16.06.2005
Von Do, 16.6. bis So, 19.6.2005 habe ich Skihochtouren im Monte Rosa-Gebiet unternommen. Do: Fahrt von Zermatt mit Gornergratbahn zur Station Rotenboden. Von hier aus Ski tragen über den ausgeaperten Gornergletscher zur Monte Rosa-Hütte (Laufzeit 3 Std.). Fr: Aufstieg ab 2.00 Uhr auf die Dufourspitze (4634 m); durchgehend Schnee von der Hütte bis zum Sattel in 4300 m. Ab da leichte Kletterei über Grat und Vorgipfel zur Dufourspitze. Abfahrt zwischen 11.00 und 12.00 Uhr. Oberhalb von 4000 m Bruchharsch, zwischen 4000 und 3400 m wunderbarer Firn, unterhalb zunehmend feuchter Sulzschnee, aber bis zur Hütte machbar. Sa: Aufstieg ab 2.30 Uhr über den Grenzgletscher zur Zumsteinspitze (4563 m) Kniffliges Spaltensystem zwischen 3400 und 3600 m. An der Cle Gnifetti (4450 m) Rucksackdpot und Aufstieg mit ganz leichter Kletterei zur Zumsteinspitze. Anschließend versuchte Besteigung der Signalkuppe (4554 m), abgebrochen 30 m unter dem Gipfel, da ich hier erst merkte, dass ich dafür Steigeisen gebraucht hätte). Abfahrt ab 13.00 Uhr; dabei durchgehend Firn und nach unten hin zunehmend weich und feucht. Passage der Spaltensysteme etwas heikel. So: Rückmarsch über den Gornergletscher (hier sind früh am Tag ebenfalls Steigeisen nötig) und Heimfahrt.
In diesem großartigen Tourengebiet herrschen momentan noch hervorragende Verhältnisse für die beschriebenen Touren. Es sind zwar schon überwiegend Fußgänger unterwegs, aber der Schnee dürfte noch 1 bis 2 Wochen reichen, um direkt vom Bächle unter der Hütte weg mit Ski aufzusteigen. Die Monte Rosa-Hütte ist im Juni zwar unbewirtschaftet, aber der Winterraum ist offen, geräumig und sogar mit Gas ausgestattet. Unter der Woche scheint es hier kaum Besucher zu geben, an Wochenenden aber doch einige. Früher Aufbruch ist sehr empfehlenswert, doch lohnt es sich, am Vortag bereits die ersten paar hundert Meter der Routen zu erkunden. Der Monte Rosa-Gletscher ist noch gut zugedeckelt und übersichtlich, während ich am Grenzgletscher zur Bildung einer Seilschaft raten würde. Nordend wird zur Zeit von niemandem angegangen, da eine große Querspalte auf 4400 m Höhe fast den ganzen Hang versperrt. Parrotspitze und Ludwigshöhe sind gut zugänglich. Cima di Jazzi und Jägerhorn sind wegen Ausaperung des Gornergletschers im Unteren Teil nicht mehr lohnend. Von Castor und Pollux ist gänzlich abzuraten, da der Zwillingsgletscher sich im wildesten Stadium der Ausaperung befindet. Stabiles Schönwetter würde ich für die hiesigen Touren unbedingt zur Voraussetzung machen. Dem viel Spaß der Gusta bekommen hat!
Super für konditionsstarke Skitourenfreaks.
Ab kommenden Freitag mit der angekündigten Gewitterneigung kritisch einzuschätzen.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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20.06.2005 um 17:56
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