Verhältnisse - Detail

Gipfel: Il Chapütschin / Piz Murtel

Route:

Wolfgang Wellinghausen-Striebel

Verhältnisse

13.08.2005
Der Weg auf den Piz Murtel (Vorgipfel des Corvatsch) ist nicht empfehlenswert (höchstens mal will vom Corvatsch aus das Gebiet um die Coaz (www.coaz.ch/) einsehen, doch das war uns dank starker Bewölkung nicht vergönnt) und der Abstieg dann zur F. Surlej schon gleich gar nicht. Die Bahnfahrt mit der Corvatschbahn kostet SFr. 26 und find das schon fast dekadent -> diese Idee wuchs nicht auf meinem Mist.
Besteigung des Piz Glüschaint von der Coaz aus ist nur guten Eisgehern und kleinen "Gruppen" zu empfehlen. Gletscher stark zerschrunden und gem. Auskunft des Coaz-Hüttenwirts fehlen wichtige Schneebrücken. Ich habe wg. des sehr zweifelhaften Wetters und in Anbetracht einer 7-köpfigen Gruppe darauf verzichtet. Alternative, auf Empfehlung des Hüttenwirts: Überschreitung des Il Chapütschins über SW- und Nordgrat. Aufstieg am Sonntag problemlos, F. Chapütschin ca. 100m rechts des tiefsten Punkts betreten, so spart man sich Bröselzeugs beim Weiterweg. Dann immer exakt der Gratkante (Ausnahme am Chapütschin Pischen, hier links über Firn), dort ist alles sehr fest und auch schön. Letzter Grataufschwung ca. knapp II (im Alpin plaisir des verstorbenen Jürg Känel ist die Rede von 2b/3a ... na ja, dann klettere ich sicher eine 8a! - Schwierigkeitsbewertung in der franz. Skala unter 5a halte ich eh für wenig hilfreich). Abstieg über N-Grat und dann über erste Scharte nach rechts auf die Coaz-Seite. Auf diesem Gletscher ist Seil/Steigeisen empfehlenswert. Ist doch schon recht spaltig und die Brücken sind nicht bombenfest (es gab kaum Abkühlung über Nacht). Ausstieg vom Gletscher am linken Eck im Abstieg (geht auch weiter mittig über mittlere Rippe, Info beim Hüttenwirt). Kurz weglos, dann Trampelpfad mit Steinmännern. Für die ganze Runde incl. aller Pausen waren wir ca. 6-7 Std. unterwegs. Um halb 2 zurück an der Hütte und das Sch....-Wetter kam wieder zurück.
In der Nacht auf Montag viel Regen, sinkende Schneefallgrenze (Schnee bis gegen 2000 m) und viel Nebel dessen Dichte stark varriierte -> gemütlicher Abstieg durchs Rosegtal nach Pontresina
Gletscher werden sicher nicht mehr besser: sehr stark zerschrunden, viele Brücken fehlen, dadurch sicher höherer Zeitbedarf und Orientierungsherausforderungen als unter "Normal"-Bedingungen (normal ist wohl historisch zu bewerten). Gletscher weitgehend aper, hell ist eigentlich nur noch der Schnee über den Spalten. Bei anhaltend hohen Temperaturen zusehend weitere Labilisierung der Schneebrücken.
Aktuelle Infos sind beim Hüttenwirt erhältlich.

Zur Hütte: einfach genial .... ganz, ganz großes Lob. Hüttenwirt ist absolut kompetenter Gebietskenner, dessen Empfehlungen man vertrauen kann und sollte.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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17.08.2005 um 21:02
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