Verhältnisse - Detail

Gipfel: Acherkogel und Maningkogel Nordostgrat 3.008m (III, Stellen IV)

Route:

Martin Mandler

Verhältnisse

19.08.2005
Zustieg: Kühtai, Stausee Speicher Längental 1.900m. Über die Staumauer des Stausees, dann nicht auf dem Fahrweg bleiben, sondern gleich links über die Wiese 50m hinauf. Dort trifft man auf den Wanderweg ins Mittertal. Diesen Wanderweg Richtung Mittertalscharte verfolgen. Bald nach der Baumgrenze kommt das Tourenziel der Maningkogel und dahinter der Acherkogel ins Blickfeld. Am Boden vor dem letzten Anstieg zur Mittertalscharte biegt man nach links ab und gelangt zu einem kleinen See 2.460m. Der Einstieg zum NO-Grat liegt direkt vor uns. Bis hierher 2 Stunden.

Route: Die ersten 100 Hm nördlich des Grates in leichter Kletterei (I) empor zu einem Absatz. Dann am Grat und gelegentlich in die plattige Südseite ausweichend in der Schwierigkeit II und III weiter, kurze Aufschwünge sind auch schwerer. 2 Stellen würde ich mit IV bewerten und eine Verschneidung, in der als ein Sicherung ein alter Friend steckt, mit IV+. Die Kletterei ist luftig und lohnend, der Granit sehr fest, obwohl man natürlich nicht überall gedankenlos zupacken darf.

Kletterzeit bis Maningkogel 2.892m: 3 Stunden, 400 Hm.

Material: 40 m Einfachseil. Der Grat ist einfach und hinreichend mit Schlingen abzusichern. Nur wenige alte Hacken vorhanden, ev. 1-2 mittlere Stopper und 1-2 mittlere Friends mitnehmen, wenngleich wir diese kaum verwendet haben.

Nach dem Abstieg in die Scharte zwischen Maningkogel und Acherkogel 2.850m (I), 15 Minuten, muss man noch einen luftigen Rücken überschreiten (II), damit man zum Einstieg des Acherkogel NO-Grats kommt.

Am Einstieg steckt ein Bohrhacken (der einzige). 20 m einen feuchten Kamin empor (III) und dann immer direkt oder knapp neben dem Grat. Der Fels bombenfest, die Kletterei prachtvoll, Der Grat ausgesetzt!

Kletterzeit bis Acherkogel 3.008m: 1,5 Stunden, 150 Hm

Material: wie oben. Es stecken einige Hacken, die man gerne mit Bandschlingen "absichert".

Abstieg: Der Abstieg über den "Normalweg" ist der Wermutstropfen dieser großartigen Tour. Mancher wird ihn für gleich schwierig halten wie den Aufstieg. Es geht so: Vom Acherkogel am Grat nach Westen Richtung Signalgipfel (I). Wenn das Gipfelkreuz bereits ins Blickfeld kommt, bis zu deutlich sichtbaren roten Markierungen (Punkte und Pfeil) weiter gehen. Dort beginnt der Abstieg über die Nordflanke. Man bleibt auf oder knapp neben einer Felsrippe. Steigspuren und verblasste rote Punkte weisen den Weg. Schwierigkeit II, öfters schrofiges Gelände.

So hinab bis an den linken, westlichen Rand eines Schneefeldes, ca. 2.800m, ca. 200 Hm. Dort ist ein undeutlicher Pfad erkennbar. Diesen verfolgt man weiter Richtung Mittertalscharte. Der Abstieg ist gut vom Maningkogel einsehbar.

Anstatt mit Höhenverlust zur Mittertalscharte kann man kürzer auch über die Maningscharte ins Mittertal zurückkehren. Für den Abstieg bis zum Schneefeld muss man je nach Verhältnissen 1 - 2 Stunden kalkulieren. In der Nordflanke können sich Schneereste hartnäckig halten. Dann kommt man um Abklettern und Sichern nicht herum.

Gesamtzeit: Ca 12 Stunden inkl. 1 Stunde Rast.
Der schönste Gart, den ich kenne. Kann mir jemand etwas Gleichwertiges empfehlen?
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19.08.2005 um 08:49
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By|Sn|Vy