Verhältnisse - Detail

Gipfel: Badile, Cassin

Route:

Alban Glaser

Verhältnisse

05.09.2005
Schöne Tour in fantastisch festem Fels. Alle Stände gebohrt mit meist 2 Bohrhaken, in den leichteren Längen mit einem Bohrhaken. Während der ganzen Tour eigentlich Kletterei an guten, grossen Griffen (Schuppen). Insgesamt deutlich leichter als man sich das vorstellt. Die Kletterei ist nie übermässig steil, daher mit Kletterschuhen enspannte Kletterei die wenig auf die Arme geht. Fels überaus rauh. Tour trocknet sehr schnell wieder ab. Bei uns hat es am Vortag noch geregnet war dann aber relativ trocken am Folgetag.
Im oberen Wandteil stecken viele Zwischenhaken in den Seillängen. Im unteren Teil muss öfters selbst abgesichert werden. Absicherung mit Friends der Grösse 0,3-2 hervorragend möglich. Klemmkeile nicht notwendig.
Meist verwendeten wir Camelots der Grösse 0,5-1, Grösse 2 seltener, Grösse 3 nur ganz selten. Die kleineren Friends (0,3-0,4) können auch gelegt werden, allerdings gibts es immer wieder Möglichkeiten für die grösseren Grössen.
Anfahrt bis Laret (ca. 1250m) mit dem Auto auf mautpflichtiger Strasse ab Bondo (12 CHF zu lösen am Automat in Bondo). Ab hier Aufstieg über gut markierten, steilen Wanderweg in etwa 1h zur Sacs Furä-Hütte (1904m). Sind gegen 4 Uhr gestartet um vor der grossen Masse am Einstieg zu sein. Mussten dann zwar etwas warten (30min) bis es hell wurde aber waren dann um etwa 6 Uhr am Abzweig zur Nordwand. Weg bis zum Abzweig auch im Dunklen gut zu finden.
Ab Abzweig etwas abklettern bis auf das Band (eine Stelle Fels 2) dann auf dem Band (schneefrei)gemütlich die Wand queren bis zum Gegenanstieg. Bis hierher problemlos mit Normalschuhen. Kurz einen Kamin hinauf (stelle 3) zum Einstieg. Bis hierher problemlos seilfrei. Einstieg um 6.15 Uhr bei der mittleren Verschneidung an Block mit Schlingen. Mittlere Verschneidung ist clean aber mit Friends gut absicherbar und etwa Fels IV+.
Vom Einstieg bis zur ersten V+/VI- Seillänge kann gut am langen Seil gegangen werden. Die "50m- Verschneidung" auf dem Topo von topoguide.de ist nicht gerade hoch sondern eher links geneigt. Stand bereits nach 25-30m an zwei Bolts.
Die Seillängen nach den zwei V+/VI-Längen können bis zum Beginn der Schlüsselseillänge wieder gut am langen Seil gegangen werden. Der Stand am Beginn der Schlüsselseillänge befindet sich etwa 8m überhalb des breiten Schuttbandes wo ehemals das Schneefeld war(existiert nicht mehr) Hier ein BH mit einem Normalhaken und Wandbuchkasten (kein Stift, wenige Blätter)
Die steile Verschneidung der Schlüsselseillänge weist unten ein paar geschlagene Haken auf, dann muss kurz selbst mit Friends abgesichert werden. Bei einem Fixfriend mit weisser Schlinge nach rechts heraus über die Kante. Hier auch 2 NH als möglicher Zwischenstand, etwas weiter der Stand mit BH. Den FixFriend unbedingt mit einer 120cm Schlinge verlängern sonst massiver Seilzug (merci für den Tipp Stefan).
Die Seillänge im V-förmigen Kamin ist mit Vorteil weit aussen zu klettern. Hier zwar kaum Griffe aber mit Gegendruck kann der flache Kamin gut geklettert werden. Wer im Grund klettert wird sich mit Rucksack arg schwer tun und weiss hinterher wieso diese Länge mit "Wuzelkamin" bei topoguide.de bezeichnet wird. Diese Länge ist unserer Meinung nach schwerer als die folgende Seillänge die jedoch schwerer bewertet wird, sich aber gut klettern lässt.
Standplätze nach den Kaminlängen eher auf der rechten Seite zu suchen.
Nach 5,5h Genusskletterei um 11.45 am Gipfel.
Abstieg nach Süden über Normalweg. Mehrere Seilschaften sind schon zu früh in die Westwand gequert und haben dort dann länger abgeseilt. Hier wohl mehrere Varianten möglich, da wir an den verschiedensten Stellen Abseilpartien gesehen haben.
Rückweg über GianettiHütte und die zwei Pässe: Porzicelli und Trubinasca-Pass. Alle übergänge trocken und schneefrei. Mit Turnschuhen gut machbar.Der Rückweg ist immer markiert, meist rot-weis, teilweise blau. Der Weg zum Trubinasca-Pass geht in umittelbarer Nähe einer Biwakhütte vorbei. Gipfel bis Sacs Furä-Hütte etwa 6h (2h bis Gianetti, 4h G.Hütte bis S.Hütte)
Rückweg über die 2 Pässe ist nochmals ein rechter Konditionsschinder. Gletscherbach (Trinken) im Tal zwischen den zwei Pässen und nochmals etwa 45min vor der Sacs Furä Hütte.
Abstieg zum Auto(Laret) etwa 45min ab Hütte.
wenn es nicht wieder schneit (bei Hütte anfragen)dieses Jahr noch gut machbar. Keine Steigeisen, Haken; Hammer oder Eisgeräte notwendig. Mit Halbschuhen gut gangbarer Zu und Abstieg.
Die meisten Hüttengäste starten um 5 Uhr, Frühstück gegen 4.30 Uhr, übernachtungskosten 20CHF.
Gianettihütte deutlich teurer.
Gutes Topo von topoguide.de
Bewertung von topoguide.de eher etwas hochgegriffen.
Kletterei an den schwersten Stellen (meist Einzelstellen)unserer Meinung nach in der Schlüsselseillänge VI. An vielen Stellen die mit V oder V+ (bei topoguide) angegeben werden eher leichter.
Für einen so bekannten Klassiker deutlich leichtere Kletterei als man vom Nimbus dieser Tour erwarten würde. Sehr empfehlenswert.
Bilder folgen
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05.09.2005 um 12:02
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By|Sn|Vy