Verhältnisse - Detail

Gipfel: Peuterey integral

Route:

Stephan Gerber

Verhältnisse

29.08.2005
Insgesamt gute Verhältnisse am gesamten Grat. Wir sind in 12h bis zum Gipfel der Aig. Noire gekommen, bis dahin schneefrei. Die erste Abseilstelle findet sich direkt am Gipfel in westlicher Richtung, es finden sich immer wieder akzeptable Abseilstände. Beim abseilen ist auf sorgfältige Seilführung zu achten, da sich das Seil an den vielen Granitschuppen gern verhängt, das dürfte bei Wind sicher problematisch sein. Die Rinne zu Breche S ist ausgeapert, sie besteht aus brüchiger Schroffenkletterei mit Stellen des I. bis II. Grades. In der Breche S gute Biwakplätze, aber bei wenig Niederschlägen im Vorfeld kein Wasser. (z. Zt. noch einige Schneereste) Die Überschreitung der Dames Anlaises ist stellenweise sehr brüchig, die Breche Central ist zum Biwakieren schlecht geeignet (3h von Breche S - Breche N). Hier haben wir auf Grund des stabilen Wetters ein taktisches Erholungsbiwak eingelegt, um am 3.Tag den Gipfel zu erreichen. Bis zur Aig. Blanche teils sehr brüchiges, aber leichtes Gelände, das fast überall gangbar ist (Biwak-SO-Gipfel ~ 3h). Der Übergang war nur stellenweise blank, noch ohne Sicherung begehbar. Der Einstieg vom Col de Peuterey in die Westflanke des Grand Pilir d´Angle ist nicht ganz einfach und stark brüchig. Am günstigsten etwa 80m links der Gratkante. Im weiteren Verlauf sehr brüchig, die leichteste Linie trifft unterhalb des gr. Turmes auf die Gratkante. Den gr. Felsturm umgeht man links (Freneyseite) und nicht rechts, wie im Eberleinführer beschrieben. Die Abschlusswand hatte Blankeis mit etwas 5-10cm sehr weicher Firnauflage, so dass wir uns hier zu einem 3ten Biwak entschlossen. Die über Nacht wieder gute durchgefrorene Firnschicht ermöglichter dann einen seilfreien Aufstieg zum Mt. Blanc de Courmayeur in 2h. Dann Abstieg zur Turiner Hütte.
Z. Zt. sehr gute Verhältnisse, die bei sinkenden Temperaturen noch sicherer werden sollten. Nur bei mindestens 3 als gut vorhergesagten Tagen einsteigen, da die Fluchtwege über Freney- oder Brenvagletscher wirklich nicht empfehlenswert aussehen!
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05.09.2005 um 12:35
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