Verhältnisse - Detail

Gipfel: Grosser Drusenturm, "Schweizerpfeiler"

Route:

Alban Glaser Frank Wäckerle

Verhältnisse

15.09.2005
Zustieg ab Partnun. Zuerst in einer Stunde zur Carschinahütte und in weiteren 45min zum Einstieg.
Zustieg über den leichten Vorbau am besten ganz von rechts anfangen und dann querend nach links gegen den Pfeiler. Hier meist Schuttbänder mit brüchigem Fels. Bis kurz vor Einstieg sehr leicht mit gelegentlich 1er Stellen, zum Schluss zwei kurze Stellen 2-3. Einstieg auf grossem Absatz bei grossem Ringbohrhaken am Pfeiler. Schwierige 2. Seillänge relativ gut gesichert. Die 6+/7- Stelle ist eine kurze Einzelstelle, Rest der Seillänge leichter. Die 4. Seillänge ist eher 50 statt 40m lang. Stand in der leichten Rinne an einem grossen Block in Rinnenmitte. Die 5. Seillänge nach Panico soll etwa 40m die leichte Rinne (Fels 2) hochgehen. Tatsächlich sind es aber gerademal noch 20m, da der andere Stand bereits schon in der Rinne liegt. Der Stand befindet sich wenige Meter unterhalb des markanten, überhängenden Kamins auf der linken Seite. Der folgende, überhängende Kamin lässt sich gut spreizend klettern. Die ersten Meter sind schwierig (schwerer als 5) dann wirds leichter.
Die sich anschliessende 6- Seillänge ist relativ kurz und gut abgesichert (viele alte Haken). Man fragt sich etwas wieso die Route nicht rechts durch den Riss verläuft, schaut leichter aus. Die 8. Seillänge durch den 5+ Kamin war unserer Meinung nach die Schlüsselseillänge der Tour und wesentlich schwerer als 5+ vermuten lässt. Egal ob im Grund oder spreizend an der Aussenwand geklettert hat das eigentlich nichts mehr mit einem 5er zu tun. Zur zusätzlichen Absicherung
sind hier Friends bis Grösse 3 empfehlenswert, da nur wenige Haken/Bh stecken.
Die 6er Länge (9. seillänge) ist wieder mit vielen alten Normalhaken bestückt. Der Ringbohrhaken der bereits nach 7m kommt ist wahrscheinlich der Stand vom Sonnenpfeiler, welcher hier in die Tour einmündet. Teilweise brüchiger, kleinsplittriger Fels.
Die 10. Länge hat Anfangs einen längeren Abstand bis zum ersten Haken und geht dann mit einer anspruchsvollen Einzelstelle über den kleinen überhang (BH, alte Haken) zum Stand danach. Die 11. Seillänge soll angeblich eine 6- sein kommt einem aber deutlich schwerer vor. Es stecken mehrere alte Haken, ein paar Bolts und 3-4 Holzkeile mit altem Reepschnurmaterial. Ein paar der notwendigen Griffe sind nicht ganz feste Klemmblöcke/Schuppen (vorsicht). Seillänge kann auch technisch geklettert werden. Nach dem überhang noch etwa 5m auf Band nach links und 3m empor zu Stand (hier keine Haken, aber gute friend 0,75-1 Möglichkeit an Querriss). Letzte Seillänge zieht gerade den Riss empor und dann nach links in leicheres Gelände (keine ZH)zu Block mit 2Bh und Schlinge.
Einfacher Abstieg (mit kurzem Gegenanstieg) in ca. 2,5h zurück nach Partnun.
Bilder folgen.
Anstrengender Pause-Klassiker mit abwechslungsreichen, interessanten Seillängen im oberen Wandteil. Der Fels ist teilweise brüchig. Eine Tour eher für den Liebhaber alpiner Klassiker denn für den Sportkletterer. Felsqualität nicht ganz rätikonspezifisch.Die Tour hat ihren alpinen Charakter durch die massvolle Sanierung nicht eingebüsst. Die Bh in den Seillängen sind jedoch selten an den schwierigsten/heikelsten Stellen. Dort steckt meisten eher eine alte Rostgurke. Die Schwierigkeitsbewertung konnten wir im oberen Teil der Wand nicht ganz nachvollziehen, unten hats gepasst, oben eher schwerer als wie bei Panico. Würde den Kamin in der 8. Länge eher mit einer anspruchsvollen 6 bewerten, die Einzelstelle am kleinen überhang der 10. Länge eher mit 6+ und die vorletzte 11.Seillänge auch an Einzelstellen eher mit 6+ denn mit 6-. Wie Urs es schon erwähnt hat die Bewertung bei Panico ist ganz schön hart. (Fehlt da etwa die A-Bewertung im topo?)
Zur zusätzlichen Absicherung sind Friends der Grösse 0,3-3 empfehlenswert. Kaum Köpfle/Sanduhren-Möglichkeit. Etwa 12 Expressen wegen der vorletzten Seillänge (viele Haken/Holzkeile) empfehlenswert.

Gruss an Willy Glaser der diesen Klassiker noch vor der Sanierung ebenfalls geklettert ist.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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15.09.2005 um 18:04
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