Verhältnisse - Detail

Gipfel: Dürrenhorn

Route:

Pascal Hoffmann

Verhältnisse

22.09.2005
Eigentlich wollten wir die Dürrenhorn-Nadelhorn-Überschreitung machen.
Von der Bordierhütte sah man jedoch schon das frisch verschneite Dürrenhorn.
Uns war klar, dass die Bedingungen eher schlecht sein würden.
Um 6 h gingen von der Hütte los. Der Gletscher war ab 3200m schon gut verschneit,
und demzufolge gab es wenig Spalten für die Jahrezeit. Bei der Querung zum Einstieg
beschlossen wir nicht über das linke Couloir, das sehr abweisend aussah, sondern das rechte Couloir zum Sattel zwischen Gross und Klein Dürrenhorn aufzusteigen.

Am 8.30 waren wir am Fuss des Couloirs. Durch die Sonneneinstrahlung wurde es rasch wesentlich wärmer und die ersten Steine kamen das Couloir runter, da dieses sich gegen oben
auch noch deutlich aufsteilte (50-55°) und wir nur je ein Pickel hatten, stiegen wir auf halber Höhe über die steile und brüchige Flanke rechts davon direkt zum Chli Dürrenhorn 3950m. Hier seilten wir an und traversierten bis zum steilen Nordgrat vom Gross Dürrenhorn. Der Grat war nun stark verschneit und ohne jegliche Sicherungsmöglichkeiten.
Es war nun 11h. Wir hielten es für ratsam umzukehren, bevor wir gezwungen wären, bis zum Nadelhorn zu traversieren. Der Abstieg über die Aufstiegsroute erschien uns heikel.
(Im Nachhinein wäre das der Weg des geringsten Widerstands gewesen)
Deshalb gingen wir den N-Grat vom Chli Dürrenhorn runter bis zu einem Punkt 3750m wo wieder viel lockerer Neuschnee lag. Von dort aus ging es 400m eine steile Schuttrinne nach Westen runter, die aber schneefrei war. Nach einigen komplizierten Stellen erreichten wir die Geröllfelder unterhalb der Güglia 3300m. Von dort aus mühsam bis zum Europaweg auf 2600m. Leider hing dort ein Schild: Bordierhütte 3,50h. Nach einem langem Rückweg bis einigen Gegenanstiegen erreichten wir aber noch mit dem letzten Tageslicht die Hütte.
Fazit: Die Neuschneefälle im September haben die Verhältnisse erheblich verschlechtert.
Bei festen Firn ist der Grat noch einigermassen machbar, bei lockerem Pulverschnee wird die Sache heikel, da an vielen Stellen keinerlei Sicherung mehr möglich ist.
Die Temperaturen waren noch angenehm. Andere Touren wie Nadelhorn normal, Hohberg N-Wand, Balfrin wären jedoch problemlos möglich.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
Zu diesem Eintrag wurden 0 Fragen / Kommentare verfasst,
 
Du bist nicht eingeloggt. Diese Funktion steht nur für eingeloggte Benutzer zur Verfügung.
06.10.2005 um 19:35
185 mal angezeigt
By|Sn|Vy