Verhältnisse - Detail

Gipfel: Ortler Nordwand

Route:

Alban Glaser

Verhältnisse

27.10.2005
Gute Verhältnisse in der Ortler Nordwand. Trittfirn bis kurz unter die Gurgl. Aktzeptable Eisverhältnisse im oberen Wandteil. Kein Eis/Steinschlag. Abstieg via Biwakhütte und Payerhütte gut eingespurt ab Biwakhütte.Winterraum der Tabarettahütte geöffnet.

Am Dienstag ab Sulden in etwa 1h10min aufgestiegen zur Tabarettahütte (Wanderweg Nr. 4 ab Parkplatz hinter Hotel Bambi)Winterraum geöffnet. (5 Matratzen jeweils 2 Wolldecken, kein Licht/Kerzen, kein sonstiges Material)Am Mittwoch um 4Uhr 40 von der Hütte gestartet. Direkt hinter der Hütte geht ein kleiner, gut gangbares Weglein unter der Tabarettaspitze an der Felswand entlang zum Wandfuss. Dadurch nur wenig Höhenverlust (ca. 2500m). Mit Skistecken kann wegen dem guten Trittfirn noch bis etwa 3150m Höhe mit Vorteil aufgestiegen werden. Ab 3150m wegen zunehmender Neigung mit Eisgeräten weiter bis Gurgel(etwa 3300m). Bis kurz vor die Gurgel immer noch Trittfirnzungen im Eis welches zügiges Steigen erlaubten. Sind dann in der Gurgel (gutes Blankeis) direkt gerade hoch (rechts sah es weit nach rechts hinüber felsdurchsetzt aus)und unter dem Eiswulst nach rechts durch eine Art Rinne in flacheres Gelände ausgequert. Ab hier gesichert am langen Seil bis Ausstieg auf Grat. Nun wieder flacher und schneedurchsetzt. Schräg nach links aufwärts zum nächsten Eiswulst (ca. 80m 45-50 Grad). Dieser kann gut links am Rand überwunden werden. Hier kurz steiler auf 15m und wieder Blankeis. etwa 5m 65-70 Grad in einer kleinen Rinne. Dann wieder flacher (45-50 Grad) schräg rechts empor zum nächsten kleinen Eisriegel. Diesen kurz steiler überklettern (4m sprödes Eis)und weiter empor zum letzten grossen Eiswulst. Anfangs 15-20 m steiler (bis 70 Grad, sprödes Eis)dann etwas flacher (ca. 55 Grad) weiter im Blankeis. Schliesslich zunehmend wieder schneedurchsetzt und flacher. Ausstieg zum Grat auf etwa 3750m. Ab hier wieder mit Stöcken das letzte kleine Wandl (etwa 40 Grad, ca. 100Hm)empor und leicht weiter am Grat zum Gipfel (10.15 Uhr). Gletscher am Fuss der Minigerode-Rinne schaut stark zerklüftet aus. Keine sichtbaren Spuren am Hintergrat. Sind angeseilt durch die Gletscherbruchzone abgestiegen (hier sichtbare Skitourenspur). Kurz vor der Biwakschachtel zweigen die Skitourenspuren (Aufstiegs- als auch Abfahrtsspuren) nach links hinunter ab um den Felsaufschwung zu umgehen. Biwakschachtel in gutem Zustand (5 feste Lagerplätze, weitere dünne Matratzen (noch 2 Plätze am fussboden denkbar), Tisch, mehrere Stühle, insg. etwa 10 Wolldecken, Hüttenbuch in Metallschachtel). Nach kurzer Pause (gegen 11 Uhr)hinter der Biwakschachtel den vorgefundenen Spuren gefolgt. Gut machbar. 2 kleine Abkletterstellen oberhalb von Firnhängen(Fels 1-2, gutmütig nicht ausgesetzt). Weiter über den Grat. Gut eingespurt. Stellenweise Eisenstifte zum Sichern. Derzeit eigentlich nicht notwendig. Die 60m Abkletterstelle war Dank der durchgehenden Eisenketten (sicherbar wie Klettersteig) gut begehbar. Abseilen wahrscheinlich wesentlich mühsamer. Weiterweg über Grat gut gehbar, dank den guten Stufen im Schnee. Steigeisen dennoch bis Gegenanstieg vorteilhaft.
Weiterweg zur Payerhütte (13 Uhr) problemlos. Spur durch den Schnee bis kurz vor die Holzbrücke am Normalweg zur Payerhütte.Abstieg durch die Scharte schneefrei, kurz vor Tabarettahütte wieder schneedurchsetzt aber gut sichtbare, tiefe Spur. 14Uhr an Tabarettahütte, ca. 15 Uhr im Tal am Auto.

P.S.: Nach uns waren noch 4 weitere Bergsteiger in der Wand, welche Ski dabei hatten. Vom Standpunkt Biwakschachtel im Abstieg konnte man sie gerade am oberen Serac sehen. Zumindest die hinteren 2 haben ebenfalls gesichert.
derzeit gute Verhältnisse in der Wand. Bleibt die Tage weiterhin so. Mit Sichern im oberen Teil sichere und sehr schöne Genuss-Eistour.Trittfirn bis kurz vor Gurgel. Die Spur unserer Vorgänger (2 Tage zuvor) war trotz fehlender Niederschläge kaum mehr sichtbar. Die gut sichtbaren Spuren im Abstieg am Grat vereinfachen den Abstieg und die beste Wegfindung sehr.
Eis von mittlerer Qualität. Teilweise mit lufteinschlüsse, weiter oben in der Wand spröde. So dass stellenweise nachgeschlagen werden musste wegen abgeplatzten Eisschollen. Oberer Wandteil mit Eisschrauben sehr gut absicherbar.
Hinter der Tabarettahütte liegt im Schatten ausreichend Schnee zum Wasserschmelzen. Aktueller Wetterbericht im Tourismusbüro. Lebensmittelladen geöffnet sonst alle Gasthäuser derzeit geschlossen (bis auf Hotel Bambi). Die 1200m Wandhöhe (gerechnet ab Randspalte auf 2700m) relativieren sich wenn man bedenkt, dass bis zu dieser der Hang nur etwa 30-35 Grad hat, ab 2700m bis 3150m man etwa 40-45 Grad vorfindet und erst kurz unter der Gurgel (etwa 3300m)man auf etwa 45-50 Grad kommt. die eigentliche Schwierigkeiten liegen also bei Firn bis zur Gurgel auf 450-500Hm bis zum Grat auf etwa 3780m. Ab hier wieder etwa 40 Grad.
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27.10.2005 um 10:41
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