Verhältnisse - Detail

Gipfel: Adamello, 3539 m.ü.M.

Route:

Fredi Hummer

Verhältnisse

28.08.2004
3 Person(en)
ja
Die Tour zum Adamello erinnert zunächst an eine Südpolexpedition. Vom Rif. Lobbia Alta geht es vorerst recht steil etwa 200 Hm, einen Fels- bzw. Geröllriegel überwindend, zum Gletscherbecken hinunter. Dann beginnt der schier endlose Hatsch über den Gletscher, teilweise Spalten überspringend, bis an den Südgrat des Adamello. Aus der Südflanke ist ständig Steinschlag zu beobachten, daher ist es besser, das Bivacco Ugolini anzusteuern und über die Südgratkante aufzusteigen. Die Granitblöcke sind meist gross und fest und so erreicht man, am besten meist ganz am Grat bleibend, problemlos den Gipfel. Zu vorgerückter Stunde ist der Rückweg über den sumpfigen Gletscher recht mühsam. Überall haben sich Bäche gebildet und man sinkt immer wieder knöcheltief ein. Alle Übergänge im Gebiet sind ziemlich steinschlaggefährdet und zum Teil gar nicht mehr begehbar. Führer und Karten sind oft schon älter und durch die massive Rückbildung der Gletscher in den letzten Jahren, hat sich die Situation stark verändert. Vor jeder Tour sollte man daher den Hüttenwart um genaue Auskunft bitten. Am Passo Brizio leitete früher eine Firntrasse zum Gletscher hinunter. Heute ist das eine senkrechte Felswand, die in einer Geröllwüste endet. Die Überschreitung des Passo Brizio zur Garibaldi-Hütte hinunter ist sehr anspruchsvoll. Zunächst leitet ein abschüssiges Geröllweglein zum Beginn der Sicherungen. Dann folgen absolut senkrechte, glatte Felsverschneidungen bis an den Wandfuss. Ohne die vorbildlich angebrachten Eisenketten, Hanfseile und Eisentritte, wäre dieser ausgesetzte Abbruch nur noch durch abseilen zu überwinden. Der weitere Abstieg zur Garibaldi-Hütte gestaltet sich problemlos und ist zunehmend besser markiert. Am Sonntag überschreiten wir dann die zwei Pässe Venerecolo und Valletta und kommen über die Mandrone-Hütte wieder ins Val Genova zurück. Die Gletscherquerung zwischen den beiden Pässen weist noch einige Spaltenzonen auf und ist daher in Seilschaft zu begehen. Sonst ist diese Route ein hochalpiner Steig, fast durchgehend markiert und stellt den Bergsteiger vor keine grösseren Probleme.
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04.09.2004 um 19:22
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