Verhältnisse - Detail

Gipfel: Droites, Ginat

Route:

Ulrich Prinz

Verhältnisse

24.04.2003
Ein paar Ergaenzungen/Updates zu Thorsten Kleint's vorbildlichem, ausfuehrlichen Bericht von vor 6 Wochen:
Die Direkt-Querung von der Montets zum Einstieg, die er beschreibt ist sicher ganz gut, um sich fuer den naechsten Morgen zu orientieren, wenn man sich dort noch nicht auskennt. Wir wollten das aber ohne Ski nicht unbedingt machen, da doch einige Spalten zu sehen sind. Ski sind inzwischen sonst eigentlich auch nicht mehr noetig/sinnvoll, der Schnee ist ueberall einigermassen gehbar, ausser beim Kurzen Stueck Gegenanstieg Nachmittags hoch zur Couvercle-Huette nach dem Gipfel.

Die Argentiere-Huette war trotz der Osterferien nicht uebermaessig voll, wir haben am Morgen angerufen, und noch Plaetze bekommen, es waren dann auch noch einige Betten frei. Kocher muss man keinen mitnehmen: Trotz Bewirtung ist der Kocher unten im Winter-/ Schuhraum benutzbar.

Die meisten Leute gehen wohl gerade gegen 2 Uhr los. Der Gletscher laesst sich simpel queren, keine Spalten, kein Seil. Der Bergschrund ist nicht sehr schwierig, obwohl vor uns ein Schottisches Team entmutigt aufgab, nachdem sie es rechts und links probiert hatten. Eine Spanisches Team ging rechts drueber, wir links, kaum ein Unterschied. Der untere Einstieg und das ganze Schild kann man gut Seilfrei machen. Das Eis in der Tour war wirklich gut, aber nicht gerade die "Leiter", die es vor einigen Wochen evtl. mal gab. Frontzacken sind schon nuetzlich ;-)

Thorsten schrieb, dass er die Rocks/Friends nicht einsetzen konnte. Vielleicht sollte man sagen 'musste'. Man kann schon ab und zu eine Schlinge ueber eine Zacke werfen oder wo einen Keil reinwerfen, geht meist schneller als Eisschrauben.
Kurze Eisschrauben (13cm) bekommt man ueberall rein, die 17cm haben ziemlich oft noch um 2-3 cm rausgestanden, obwohl dort schon eindeutig eine Vielzahl von Leuten die Stelle als 'vielversprechend' angebohrt hatten. Die Schlüsselseillänge kommt dann oben direkt vor dem Knick, wo es in die Rinne zur Breche ausflacht. Die Kaelte war OK, bin nur mit Aussenhandschuhen (unten) und DryToolGloves (oben) geklettert. Spindrift gab es nur im untersten Teil.

Das abseilen im Südcouloir kann man sich auch zum greossten Teil sparen, wenn der Schnee so angenehm ist, wie wir ihn vorgefunden haben. Man konnte hoch und runter laufen, nur die ersten paar meter und unten 2 Stellen ueber Felsen sollte man das Seil nehmen. (So spart man sich das Seilgeheddere in dem nicht sehr steilen Schnee). Fuer schlechtere Bedingungen sind Abseilstellen ueberall im Fels, auf verschiedenste Abstaende, 20/30/50/60m meist links, ab und zu auch rechts, oft mit Metalloesen, also sucht Euch die besseren raus.

Der Weg ueber den Gletscher ist dann etwas tricky. Den Bergschrund haben wir links uebersprungen (2m) mussten dann aber ueber ein paar Spalten am Bruch navigieren. Wahrscheinlich ists rechts rum besser. Ohne Ski ist es dann am besten, rechts entlang der Steine die aus dem "Jardin de Talefre" rausgucken direkt runter auf den Gletscher zu gehen, und den Gegenanstieg zur Hütte in Kauf zu nehmen. Mer de Glace kann noch befahren werden, aber nur nur bis zur Montenvers.
Mehr Text zu einzenen Stellen -> siehe Link unten.
Bleibt sicher noch ein paar Wochen unveraendert klasse.
Zu diesem Eintrag wurden 0 Fragen / Kommentare verfasst,
 
Du bist nicht eingeloggt. Diese Funktion steht nur für eingeloggte Benutzer zur Verfügung.
27.04.2003 um 11:03
142 mal angezeigt
By|Sn|Vy