Verhältnisse - Detail

Gipfel: Mont Blanc / Brenva Flanke

Route:

Urs Odermatt

Verhältnisse

29.06.2003
Am 29. nachmittags zum Biwak de la Fourche aufgestiegen. Konnten den Col aber nicht erreichen, da der Bergschrund sehr offen ist und die ganze Flanke massivem Steinschlag ausgesetzt war. Wir entschieden uns deshalb für das Gighlioni Biwak, das wir um 18.30Uhr erreichten. Dort dann die grosse Überraschung, das Biwak ist nämlich weg. Das Stahlgerüst und der ganze Abfall sind noch da, nur die Hütte mit Kocher und Decken fehlen.
Wir entschieden uns deshalb, noch am Abend in die Wand einzusteigen und während der Nacht zu klettern.
Um 20.00 Uhr erreichten wir den Bergschrund des Güssfeldcouloirs. In ca. 280m 60Grad steilem Eis, meist blank, erreichten wir den Firngrat des Brenvasporns. Von da in einigen Seillängen 50 Grad unter den Serakriegel der momentan deutlich schwieriger ist als auf den zahlreichen Fotos in der Literatur.(Eine Stelle 90Grad, sehr brüchiges Eis). Von da über den Mt Blanc und über den Bossegrat nach Nid Aigle abgestiegen.
Als kleiner Tipp: Die Wand wäre bei Vollmond beleuchtet, was eine Nachtbegehung erleichtert.
Im ganzen Gebiet herrschen Momentan Verhältnisse wie sonst Ende August. Offene Bergschründe und sehr viel Steinschlag.
Die Brenvaflanke ist momentan sehr aktiv. Der Sporn ist sicherlich die einzige vertretbare Route, wenn auch nicht so sicher wie man anhand der Literatur glauben könnte.
Der Zustieg zum Güssfeldcouloir ist sehr stark dem Eisschlag ausgesetzt und ist deshalb nur bedingt zu empfehlen. Auch beim Serak am Austieg hält man sich relativ lange unter überhängenden Eisbalkonen auf.
Die Wand ist mehrheitlich blank, mit einer dünnen Firnauflage in einigen Passagen.
Momentan wohl die einzige grosse Eisroute im Gebiet mit akzeptablen Verhältnissen. Bleibt bis auf weiteres wie es ist.
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01.07.2003 um 23:45
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