Verhältnisse - Detail

Gipfel: Mönch, Lauper-Nordweswandtrippe

Route:

Andreas Bolz

Verhältnisse

04.08.2003
Aufbruch von der Guggi-Hütte um 3:45 Uhr. Weg bis auf das Plateau unterhalb des Nollen sehr gut mit Steinmännchen markiert und auch bei völiger Dunkelheit leicht zu finden. Abstieg auf Gletscherbecken 150 Hm über Eishang 45° möglichst links haltend, zunächst aufgrund viel Schutt und Übergang auf Eis etwas delikat. Gegenanstieg über Randkluft (Stand mit Haken) leicht, aber im Fels viel Wasser und brüchiges Gelände, teilweise überfroren. Nachfolgender Eishang (30° später 50°) hat gute Verhältnisse weitgehend Firn. Übergang nach rechts auf Felsband und weiter zum Riss problemlos. Im Riss teilweise Schmelzwasser auf Fels gefroren, mußte mit Steigeisen geklettert werden. Haken sind zwar vorhanden, aber aufgrund der Felsqualität sollte man ihnen nicht allzu viel Vertrauen entgegen bringen. Abschließender Überhang mit Haken und Schlingen ist ein Highlight in dieser Tour und einfach super. Das Eisfeld danach ist verschwunden. Aufstieg über steiles Plattengelände zunächst direkt 1SL, dann leichter Rißspur folgend 2SL (2 Haken) und abschließend rechts aufwärts querend 1 SL bis zum Fuß des Grates (hier noch Eisreste). Alles schuttig und bröselig, Zwischensicherungen kaum möglich, Standplätze sehr schlecht und Orientierung schwierig - Gott sei Dank trocken. Der Grad wird über 3 SL von rechts erstiegen, immer noch sehr brüchig, aber die Sicherungspunkte sind wieder besser zu plazieren. Die Rippe wird am besten immer direkt erklettert, Felsqualität besser, aber immer noch viel Bruch. Haken sind nicht vorhanden, Absicherung wie unten mit Schlingen, Friends (mittlere Größe) und Rocks. Übergang von Fels auf Eis 55° wegen kombinierten Gelände und mangelnder Absicherung schwierig. Eisschrauben dringend empfohlen. Der Ausstieg über Firngrad steil und luftig. Gipfel um 17:00 Uhr erreicht.
Verhältnisse bei diesem Wetter gleichbleibend, Achtung bei sinkender Frostgrenze und gefährlich nach Gewittern mit Niederschlägen und nachfolgend überfrierender Nässe. Tour extrem Steinschlag gefährdet und daher würde ich niemals empfehlen als zweite Seilschaft einzusteigen.
Die Route hat was, aber wegen der sehr schlechten Felsqualität ist der Gesamteindruck etwas gedrübt. Besser zu ersteigen bei viel Eis und Schnee.

Andreas Bolz, Martin Olböter
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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04.08.2003 um 11:09
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