Verhältnisse - Detail

Gipfel: Täschhorn-Überschreitung SO-Grat/NW-Flanke

Route:

Peter Kühnle

Verhältnisse

05.08.2003
Aufstieg am 5.8. von der Täschhütte über Weingartengletscher zum Mischabeljoch-Biwak. Die Felsrippe wird auf einer Höhe von 3.300 m angegangen, zuerst nach links, dann nach rechts ausholend (Steinmänner, Variante b im SAC-Wallis-Auswahlführer 1996, stellenweise II). Der obere Weingartengletscher hat viele Querspalten, die Wegstecke wird dadurch um einiges länger ! Das Mischabeljoch-Biwak macht einen sauberen Eindruck und hat 24 Lager und eine Küche mit Holzherd und Brennholz (die Belegung ist wohl sehr unterschiedlich: am 5.8. haben nur 4 Seilschaften übernachtet, am Tag zuvor war das Biwak lt. Hüttenbuch überfüllt). - Aufstieg am 6.8. um 4.00 Uhr über Mischabelgrat (SO-Grat). Da zunächst im Dunkeln mit Stirnlampe geklettert werden muss, empfiehlt es sich, wenn man die Tour nicht kennt, am Tag zuvor den ersten Gratverlauf zu erkunden, da es gleich nach Verlassen der Hütte zur Sache geht (Steinmänner sind ab und zu vorhanden). Grundsätzlich immer auf dem Grat haltend (hier ist die Felsqualität besser, in den Flanken brüchig). Im unteren Teil II und Gehgelände. Im Mittelteil Schnee/Eisgrat, der gut zu begehen ist (ca. 50 m, keine Wächten). Die Felsen links vom Schneegrat waren vereist und heikel. Vor dem Gipfelaufbau kommt nochmals eine Schneeschulter. Von hier geht es über waagrecht geschichtete Schuttbänder und brüchge Felsen ca. 100 m hoch und dann nach rechts ausholend (Band mit Trittspuren) in der Ostflanke ebenfalls auf Schuttbändern und brüchigen Felsen, zum Schluss durch eine Rinne (links ausholend), zum Gipfel (II). Kaum Sicherungsmöglichkeiten. (Anmerkung: im Rotherführer 1993 steht noch, dass der obere Teil aus "guten Felsen" besteht (offensichtlich hat sich die Felsqualität seitdem erheblich verschlechtert). - Da uns die Überschreitung zum Dom wegen der ebenfalls sehr brüchigen Felsen im unteren Gratverlauf des S-Grates zum Dom zu heikel erschien, erfolgte der Abstieg über die Kienflanke (NW-Flanke) zur Domhütte, ziemlich lang und spaltenreich mit je 1 Abseilstelle in der NW-Gletscherflanke und von der Festi-Kinlücke, aber besser als über die brüchige Ostflanke zum Mischabelgrat und zum Mischabeljoch-Biwak zurück: muss aber jeder selbst entscheiden. Allerdings Aufstieg zur Fest-Kinlücke im unteren Teil auch über Schuttbänder und brüchige Felsen (Steinmänner). Nachdem die Kinhütte wieder geöffnet ist (was wir nicht wussten), wäre zu überlegen, zu dieser Hütte (statt zur Domhütte) abzusteigen, um dann anderntags schneller über den neuen Höhenweg zur Täschalp zu gelangen; allerdings dürfte die Route nicht einfach zu finden sein (siehe Tourenbericht T. Frisch zum Teufelsgrat vom 2.-4.8.2003). Info: Das Taxi von Täsch auf die Täschalp fährt nur um 9 Uhr und um 10 Uhr und kostet 10 SFR. Eine Extrafahrt kostet pauschal 40 SFR (oder 770 HM zu Fuss ...).
Bei den derzeitigen warmen Witterungsverhältnissen dürften weiterhin gute Bedingungen im Fels und auf dem Schneegrat sein - abgesehen von der zunehmenden Brüchigkeit.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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10.08.2003 um 15:54
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