Verhältnisse - Detail

Gipfel: Viereselsgrat, Arbengrat, Schaligrat

Route:

Matthias Hill

Verhältnisse

03.08.2003
Sonntag Mountet-Hütte, Montag mit einer anderen 3er Seilschaft über den Viereselsgrat auf die Dent Blanche. Mühsamer Gletscherzustieg, da viele Querspalten. Felsen
trocken, nur kurz vor dem Gipfel kurze, steile und eisige
Firnstücke. Lange Tour, das lockere Klettern in brüchigem
IIIer Gelände sollte einigermassen Spaß machen.
Der Südgrat ist, wie schon öfter erwähnt, in perfektem Zustand.

Mittwoch vom Arbenbiwak (Gas und Kocher vorhanden) über den
Arbengrat auf das Obergabelhorn. Kurzer Firnzustieg, dann alle Felsen komplett trocken. Viele Seilschaften unterschätzen wohl den Abstieg über diesen Grat. Wir durften reichlich Karabiner und Schlingen der Spätheimkehrer einsammeln. Der Abstieg zur Rothornhütte
läßt sich vielfach abseilen, die Firnpassagen sind komplett
eisig und heikel. Vom Gendarm zum Gipfelaufbau erscheint es
eher ratsam, das ausgeschmolzene Fels-/Geröllband auf der
Südseite zu benutzen, ähnlich dem Weißhorn. Ansonsten ist es wohl besser, die Eckensteintechnik mehr als mittel-prächtig zu beherrschen. Der Triftgletscher weist einige
interessante Spalten auf... Die jungen Leute auf der Rothornhütte sind Spitze! Trotz voller Hütte super nett, super hilfsbereit und das Essen außergewöhnlich!! Weiter so!
Donnerstag über das Äschihorn und den Hohlichtpass auf das Schalihorn und ins Schalibiwak. Bei der Überschreitung dieses Berges weiß man spätestens angesichts der vielen Zacken und Türme, warum man für 200 HM Abstieg 5 Std braucht. Die Brüchigkeit ist allerdings nicht ganz so schlimm, wie immer beschrieben. Tipp eines Führers auf der Rothornhütte: Bleibt immer am Grat und immer am Seil!
Nur die letzten Gendarmen vor dem Biwak umgeht man doch
besser in der E-Flanke, wie bei Biner beschrieben. Das Schalibiwak hat ebenfalls Gas und Kocher (kostet allerdings 10 resp. 15 SFr.)und ist in gutem Zustand. Gemäß Hüttenbuch wohl aber öfters richtig voll. Besser schon auf der Rothornhütte erkundigen, wer noch alles dort hin will. Der Zugang von der Mountet-Hütte geht z. Zt. wohl nur über die
beiden Momingspitzen selbst (extrem lang), deren westliche Umgehung sieht nicht unbedingt einladend aus. Die beiden Direktzustiege zum Biwak von E oder W sehen eher unmöglich aus. Freitag über den Schaligrat auf das Weißhorn. Fels komplett trocken, kaum Haken, einzelne Kletterstellen bis zum unteren IV. Grad. Die Verhältnisse sind dort so gut, dass sich sogar die Steinböcke bis hinauf zum Gipfel tummeln!
Der Abstieg über den E-Grat ist eisig und heikel. Teilweise
an den Schründen sehr steile Stellen, ein Auf- bzw. Absteigen in den südlichen Randfelsen ist stellenweise vorteilhaft. Der untere Felsteil und Zustieg ist komplett
schneefrei. Die heimelige Weißhornhütte wird von Luzius Kuster und seiner Familie ebenfalls nonchalant geführt und lohnt immer einen Besuch.

Die Felsgrate könnten nicht besser sein. Die Verhältnisse
an den Firngraten sind bereits heikel und werden nicht besser, solange keine Niederschläge kommen. Die Hütten sind entsprechend voll, unbedingt reservieren!
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
Zu diesem Eintrag wurden 0 Fragen / Kommentare verfasst,
 
Du bist nicht eingeloggt. Diese Funktion steht nur für eingeloggte Benutzer zur Verfügung.
10.08.2003 um 22:15
953 mal angezeigt
By|Sn|Vy