Verhältnisse - Detail

Gipfel: Nadelhorn / NE-Grat (von oberh. Bordierhütte R546)

Route:

Thomas Kunze

Verhältnisse

23.08.2003
Wollten eigentlich die Überschreitung vom Dürrihorn aus machen. Durch einen Felsbruch vor einiger Zeit ist aber der Aufstieg übers Dürrijoch etwas anspruchsvoller geworden. Steinschlag ist dort an der Tagesordnung. Es soll aber eine anspruchsvollere Route von Bergführern eingerichtet worden sein.
Also umgeplant auf NE-Grat zum Nadelhorn (Normalroute von Bordierhütte)
Aufstieg (4 Uhr erwies sich als gerade spät genug):
Der Riedgletscher wirft an seiner rechten Abbruchseite ständig Eis in die Tiefe. Für die Aufstiegsroute am linken (nördlichen) Gletscherrand trifft das weniger zu. Trotzdem ist es schwer einen guten Weg durch den Bruch zu finden. Gletscher recht ausgeapert, mussten teilweise durch leichte Spältchen klettern.
Das obere Schneefeld ab 3400m ist morgens in sehr gutem Zustand. Laut Hütteninformation soll der Aufstieg direkt über das Windjoch nicht empfehlenswert sein, da dort teilweise Blankeisstellen auftreten. Kann selbst nichts dazu sagen, denn wir sind dann über das Ulrichshorn.
Beste Schnee und Firnverhältnisse an diesem Berg und selbes gilt für den weiteren Weg auf dem NE-Grat des Nadelhorns.
Es ist einfacher den Grat direkt zu begehen als die seitlichen Schneeflanken zu nutzen. Diese sind teilweise mit Blankeis besetzt. Geht aber auch. Fels am Grad ist fast immer schön fest.
Abstieg (gleiche Route):
Kaum Unterschiede. Ausser das man seiner eigenen Route rückzu folgen sollte. Sonst findet man den Weg durch den Riedgletscher fast nicht mehr. Falls man sich verirrt, hält man sich an die nord-westliche Bergflanke vom Balfrin. An markannten Eis-Schotterfläche (3600m) genau am unterstem Rande der Flanke findet man eine Notabseilroute. Mittlerweile hängen dort drei Eisschrauben (also auch mit einem Gletscherseil 30m notfalls abseilbar). Es tat aber auch gut zu wissen, das wir dort nicht die Ersten waren.
Achtung! Nur im Notfall nutzen, da dort ständig Steine von oben nachrutschen und manschmal 3m hinter einem rumpelnd in der Spalte verschwinden.
Bis auf den Abstieg der sich als ziemlich schwierig erwies (bis zur ersten immer erhofften und endlich erlösenden Eisschraube mit Schlinge), war es eine lange und dennoch wunderschöne Route.
Für Ausdauerleute eher zu empfehlen. Sonst ist der Aufstieg von der Mischabelhütte doch der bessere!
Es ist wunderschön anzusehen und bedauernd zugleich, das der Riedgletscher vor sich hin stürtzt.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
Zu diesem Eintrag wurden 0 Fragen / Kommentare verfasst,
 
Du bist nicht eingeloggt. Diese Funktion steht nur für eingeloggte Benutzer zur Verfügung.
23.08.2003 um 21:21
301 mal angezeigt
By|Sn|Vy