Verhältnisse - Detail

Gipfel: Lauteraarhorn, 4042 m.ü.M.

Route: Südwandcouloir Frühsommer

Andreas Hille

Verhältnisse

17.06.2012
1 Person(en)
ja
Zustieg zum Aarbiwak tiptop, die zur Sicherheit mitgenommenen Schneeschuhe waren unnötiger Ballast.
Vom Biwak problemloser Zustieg zum Fuß des Südwandcouloirs. Auf 2980 m befindet sich eine schlecht erkennbare Spalte (jetzt sieht man sie…). Im Couloir bis ca. 3150 m Lawinenschnee, Eis, teilweise tritt auch der Bach bereits hervor. Bis gegen 3600 m Vorwärtskommen nur entlang der Lawinenbahnen, seitlich davon hat es teilweise hüfttiefen Grießschnee unter einem Harschdeckel. Innerhalb der Lawinenbahnen finden nur die Frontzacken Halt, momentan wäre ein zweiter Pickel od. Eisgerät ein deutliches Sicherheitsplus. Von 3600 m bis Sattel konnten Stufen getreten werden. Insgesamt war alles viel fester als erwartet, obwohl am Biwak die Temperatur um 3:45 satte +8,5°C betrug! Bedingt durch die klare Nacht war die Abstrahlung in der Flanke aber offensichtlich gut, das Couloir war um 9:30 im unteren Teil härter gefroren als im Aufstieg.
Der Grat war äußerst positiv, es hat noch erheblich Schnee, dieser wurde im Abstieg bereits um 8:45 weich.
In Anbetracht der objektiven Gefahren dieser Route, insb. Steinschlag und Lawinen, momentan sicher ideale Verhältnisse, auch wenn's ein bisschen hart gefroren im unteren Teil ist.

Schneerutsche aus den Nordflanken schon zeitig am Morgen, nachmittags donnert's perament. Im Südwandcouloir ca. 3-4 Tage alte, ordentlich große Abgänge, aktuell südseitig keine Rutsche beobachtet
bleibt gut, Couloir wird evtl noch härter
WETTER-PROGNOSE
Wettervorhersage für Lauteraarhorn (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
Aarbiwak hervorragend, ebenso die Infos der Brefins! Bier gibt es allerdings nur alkoholfrei, ist aber das einzige Minus. Vielen Dank an Fabian und Kerstin für’s Warten! Leider führte ein Stolperer auf dem flachen Schuttband 20 min vor Erreichen des Biwaks im Abstieg zu einigen Blessuren, die einen Abstieg zum Hospiz aus eigener Kraft verunmöglichten. Am Biwak musste deshalb auf den Heli umgestiegen werden… Vielen Dank an das nette Rega-Team und das freundliche Zusammenflicken im Spital Interlaken!
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18.06.2012 um 18:51
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