Verhältnisse - Detail

Gipfel: Bietschhorn, 3934 m.ü.M.

Route: Nordgrat hinauf, Westgrat zurück

Kolkrabe

Verhältnisse

19.08.2012
3 Person(en)
ja
Baltschiederklause - Gletscher: super gemacht mit diesen Katzenaugen. Weg kann nicht verfehlt werden. Weg zu Beginn recht exponiert, was man aber im Dunkeln gar nicht merkt.
Üssre Baltschiedergletscher: Mehrheitlich blank. Die wenigen Spalten sind gut ersichtlich. Das Baltschiederjoch kann direkt angepeilt werden (es braucht keinen Schlenker nach Norden). Steile Gletscher-Passage unterhalb der Einstiegsfelsen ist mehrheitlich blank. Heikel ist es aber vor allem deshalb, weil im Fels oberhalb viel Schutt liegt, der von oberen Seilschaften fast zwangsläufig ausgelöst wird. Unbedingt das Eisfeld rasch traversieren und dann von Nordwesten zum Fels hinaufsteigen.
Felspassage unten: Trocken, schneefrei. Aber ganz viel Schutt und vom festen Fels, wie er noch im SAC-Führer beschrieben ist, findet man nichts mehr.
Firnsporn: Mehrheitlich blank. Am Rand noch etwas wie minimer Trittfirn. Am nordwestlichen Rand kommt der Fels zum Vorschein. Ebenso brüchig und schuttreich wie unten. Obere Traverse des Firnsporns hart, kann aber direkt westlich zwischen Fels und Eis exponiert und nicht unbedingt sicherer umgangen werden.
Felsgrat: Trocken, weder Schnee noch Eis. Ideale Bedingungen. Türme sind teils mit BH ausgerüstet. Bis Gipfel schöne Kletterei über festen und teilweise auch brüchigen Fels. Etwas weniger Schutt im oberen Bereich.
Westgrat: Der obere rötliche Fels ist etwas weniger brüchig, als der graue Fels unten. Aber leider nicht so solid, wie im Silbernagel Führer angegeben. Begeht man den Westgrat muss man vom Einstieg bis ganz unten ständig auf instabile Blöcke und Platten aufpassen. Teilweise sind nicht mal die Felsbrocken auf der Gratschneide stabil. Die Exponiertheit auf der nördlichen Seite und der Schutt auf der südlichen Seite fordern ständig höchste Wachsamkeit, was ziemlich ermüdend sein kann.
Übergang Grat, Firnfeld: Der ideale Weg bleibt wohl Wunschdenken. Es hat diverse Weg- und Pfadspuren, die oben beginnen und irgendwo im Schutt enden. Bei Sackgassen immer besser nach Westen queren, da dort erneut Wegspuren kommen, die sich weiter unten im Schutt auflösen, während im Osten keine Wege mehr da sind.
Bietschgletscher / Firnfeld: Teils blank, teils Schnee; problemlos zu begehen; am Nachmittag auch ohne Steigeisen.
Schafbärg -> Hütte: mühsamer Abstiegsweg. Die Stufen und den Schutt wird man bis zur Hütte nicht los. Auf der rechten Seite können beim Abstieg Schneefelder genutzt werden, wobei man weiter unten die felsige Stufe noch weiter rechts umgehen muss.
Firnfelder werden nicht besser. Angenehm, aber fast etwas zu warm am Berg. Schuttcouloir südlich des Westgrates liegt teilweise noch Schnee. Durch das Schmelzen des Schnees werden Steine gelöst. Die ganze Westseite erbebt so immer wieder.
Felsgrat Nord ideal. Felsgrat West könnte etwas Kälte vertragen.
WETTER-PROGNOSE
Wettervorhersage für Bietschhorn (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
Bei solch heissen Tagen wird das Queren der Bäche beim Hüttenzustieg im Baltschiedertal unangenehm. Das viele Schmelzwasser vom Innere Baltschiedergletscher überschwemmt die Holzstege, die ohne Wasser schon nicht besonders stabil aussehen. Allfällige Turnschuhe für den Hüttenzustieg werden nass.
Wir brauchten für den Abstieg zeitlich länger als für den Aufstieg. Ca. 6h hoch; 7h bis zur Bietschhütte runter und dann nochmals ca. 1.5 bis nach Ried. Wir waren aber mit Abstand die langsamste Seilschaft am Berg (zumindest runter).
Letzter Bus in Ried ca. 19.30.
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20.08.2012 um 21:28
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