Verhältnisse - Detail

Gipfel: Aconcagua , 6962 m.ü.M.

Route: Aconcagua Route Normal

Katle

Verhältnisse

13.12.2012
>10 Person(en)
nein, umgekehrt auf 6400m
Meist sehr starke Winde, z. T. Sturm. Die Prognosen für den 13.12. waren am Besten. Es gab allerdings mehr Wind, als prognostiziert. Ansonsten sehr sonniges Wetter. Sehr wenig Schnee am Berg.
Ich war mit dem DAV Summit Club unterwegs. Geplant war die Polengletscherroute oder Polentraverse. Da es viel Wind gab und die Zeit begrenzt war, mussten wir die Strategie ändern. Von Plaza Argentina wechselten wir über Campo 1, Campo 2 (ohne übernachten) und Nido de Condores (ca. 5570müM) nach Plaza de Mulas (ca 4300müM). Dort warteten wir auf den Tag mit der windärmsten Prognose. Am Vortag stiegen wir nach Nido de Condores auf. Etwa die Hälfte der Gruppe startete einen Tag früher und befand sich schon beim Ref. Berlin (ca. 6350müM). Um 3h morgens starteten wir mit unserem peruanischen Bergführer ab Nido den Condores. Dieser war heute extrem nervös. Um 7h10 kam ich auf Independencia (ca. 6350müM) an. Während diesen gut vier Stunden machten wir 2x knapp 5 Minuten Pause. Das reichte kaum aus, um neben Trinken, Kleidung anpassen, wenigstens drei Bissen Riegel zu essen – und dass mit Zusammenschiss, da ich mir für den dritten Biss noch Zeit genommen habe! Für mich viel zu wenig! Da brauche ich auch in den Alpen mehr. Kein Wunder, habe ich einen Hungerast aufgelesen und bin deshalb unterhalb Independencia langsamer geworden. Da ich stetig angetrieben wurde, gab es keine Möglichkeit dem Hungerast entgegenzuwirken. Auf Independencia trafen wir auf die andere Hälfte der Gruppe, die eine Stunde nach uns beim Ref. Berlin gestartet war. Wir waren also zeitlich gut dran. 800 Höhenmeter auf dieser Höhe in dieser Zeit ist durchaus im guten Rahmen. Nun wollte ich essen und danach weiter, denn ich fühlte mich wohl in der Höhe und hatte keine Probleme mit der Kälte. Kaum fing ich zu essen an, meinte der peruanische Bergführer, ich müsse runter, ich sei zu langsam. Halo?!? Wir waren doch ordentlich unterwegs. Ich wollte protestieren. Da kam auch unser österreichischer Bergführer (er war mit der Gruppe ab Ref. Berlin unterwegs, auch er war hypernervös) und meinte dasselbe. Ich verstehe das nicht, aber keine Wiederrede war geduldet.
Offenbar dürfen nur solche mit auf den Gipfel, die kaum essen müssen und extrem schnell sind (wir hatten einige sehr gute 8000er Leute dabei). Die anderen dürfen gerne mitbezahlen.
Die Reaktion des DAV Summit Club über meine Unzufriedenheit über den Gipfeltag war extrem enttäuschend. Ich wurde überhaupt nicht ernst genommen.
 Wenn ich je nochmals an den Aconcagua zurück könnte, würde ich es so wie gringo machen: auf eigene Faust. Die Polengletscherroute würde ich gar nicht in Betracht ziehen. Ich habe einige Leute kennengelernt, die das in den letzten Jahren machen wollten. Aber immer waren die Bedingungen schlecht. Es ist fraglich, ob es sich für die geringe Chance lohnt, bei einem Veranstalter gut 500CHF mehr zu bezahlen. So kann man auf Hochtourenausrüstung bis auf die Steigeisen verzichten.
Ich würde die Normalroute wählen und wohl von Inka oder Grajales die Basislagerbewirtschaftung in Anspruch nehmen. Evt. würde ich mir den Luxus eines Mauleselgepäcktransports zum Basislager leisten. Auf einen europäischen Veranstalter würde ich sicher verzichten. Wer will kann einen lokalen Bergführer nehmen. Da müsste man unbedingt abklären, ob dieser die nötige Flexibilität hat, um auf einen geeigneten Gipfeltag zu warten. Ich würde darauf verzichten, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass die Bergführer meinen Gipfelerfolg verhindert haben.
Die Kosten für den Basislagerlagerservice sollten zuvor per Email abgeklärt werden. Bei uns betrugen diese 85$ für Vollpension. Wir mussten fünf Nächte nachzahlen, obwohl es unter „Leistungen, im Reisepreis enthalten“ hiess: 16 x Zelt in Basis- (EZ) und Hochlagern (DZ).
In den Basislagern und im Hotel in Los Penitentes kommt man mit Englisch gut durch. Falls man kein Spanisch kann, sollte man zum Besorgen des Permits in Mendoza einen Übersetzter mitnehmen.
Kartenmaterial: ISBN 978-3-9523294-0-5 http://www.climbing-map.com/de/maps/aconcagua.html
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04.02.2013 um 17:40
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