Verhältnisse - Detail

Gipfel: Aiguilles de Chamonix, 3795 m.ü.M.

Route: Überschreitung Süd - Nord

tk

Verhältnisse

30.07.2013
2 Person(en)
ja
Der erste Teil der Überschreitung von der Aiguille du Midi bis auf die Aiguille du Plan weist mässige Verhältnisse auf. Der Schnee ist aufgrund der grossen Hitze sehr weich und bereits am Morgen nicht mehr tragfähig.
Ab der Aiguille du Plan ist die Route in hervorragenden Konditionen. Alle Felsstellen sind komplett schneefrei. Es hat dennoch genügend Schnee, um die Wasserversorgung im Biwak sicherzustellen.
Bleibt sicherlich den ganzen Sommer gut
Charakter der Tour: Die Gesamtüberschreitung der Aiguilles de Chamonix ist vom Charakter her eine lange, ernsthafte Gratüberschreitung. Für die eigentliche Gratüberschreitung werden rund 20h benötigt, was für den Durchschnittsalpinisten ein Biwak bedingt. Auf dem Grat selber gibt es keine einfache Möglichkeit die Tour abzubrechen. Alle Not-Abstiege führen durch brüchiges Steinschlag-Gelände. Die Tour ist anhaltend schwierig und weist Kletterstellen bis 6a auf. Alle Stände und Zwischensicherungen müssen selbst gelegt werden. Es muss immer wieder abgeseilt werden. Die Abseilerei ist z.T. überhängend und nicht ganz unkompliziert. Die Abseilstellen sind eingerichtet, allerdings nicht nach Schweizer-Plaisir Standard, sondern im Regelfall mit 2 - 3 Normalhaken
Es ist ausserordentlich wichtig auf dieser Tour, dass alle Seilmanöver effizient beherrscht werden. Es muss konstant zwischen kurzem Seil, abseilen und gesichertem Klettern abgewechselt werden.
Kletterfinken für den Aufstieg von der Col du Fou auf die Fou sehr zu empfehlen
Offensichtlich hat in der letzten Seillänge vor dem Gipfel der Fou vor zwei Jahren ein Felssturz stattgefunden. Neu ist diese Seillänge daher leider ziemlich brüchig und sandig. Schwierigkeit wohl so um 5c+.
Es hat auf der ganzen Route mehrere Biwakmöglichkeiten. Wir haben am Südfüss der Lépiney biwakiert. Dieser Platz hat mehrere Vorteile: a) Schnee bis spät in der Saision, um Wasser zu schmelzen b) etwas mehr als "Halbzeit" c) am nächsten Morgen 45' einklettern im 3er Gelände bis die 6a Schlüsselstelle kommt ...
Wir sind mit zwei Halbseilen geklettert. Es ist aber vom Handling her wohl effizienter ein Einfachseil mitzunehmen und für die diversen Abseilstellen einen Halbseil- oder Reepschnurstrang im Rucksack mitzutragen
Der schnellste Abstieg führt über das Spencer-Couloir. Dieses weist aber oft zu wenig Schnee auf oder ist steinschlägig. Wir sind entlang den Felsen auf der linken Seite des Spencer-Couloirs abgestiegen. Dieser Abstieg ist sehr zu empfehlen. In etwas brüchigem Gelände absteigen, 3x abseilen, nochmals etwas absteigen und zum Schluss nochmals 2x abseilen bis auf den Gletscher.
Unterwegs mit j_sp, der einen informativen Blog geschrieben hat: http://j-sp.blogspot.ch/2013/07/die-langste-traverse.html
Die Tour hat effektiv am 25. und 26.7.2013 stattgefunden.
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30.07.2013 um 01:42
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