Verhältnisse - Detail

Gipfel: Spitzkoppe (Namibia)/Große Spitzkoppe / Groot Spitskopp, 1728 m.ü.M.

Route: Normalroute

JensK

Verhältnisse

19.07.2013
3 Person(en)
ja
Im gesamten Südwinter machbar. Temperaturen tagsüber ca. 25-30 Grad, aber kaum Schatten, über Wochen keine Wolke am Himmel und Regen gibt’s sowieso nicht.
In den letzten Jahren gab es offenbar große Verwirrung über die Zugänglichkeit der Normalroute. Der Zustieg beginnt in einem eingezäunten Wildreservat, das die Filmcrew von „10.000 BC“ gestiftet hatte und seitdem der Zaun existierte, waren die Begehungszahlen drastisch zurückgegangen. Z.T. waren nur 10 Seilschaften im Jahr auf dem Hauptgipfel. Der Schlüssel zum Vorhängeschloss am Tor ist aber bei Alex und Dorinda Thompson, die die Campsite an der Spitzkoppe seit 2012 managen, erhältlich (Alex@Spitskoppe.com und +264 812127662). Da man an der Spitzkoppe nicht wild zelten darf, hat man vor Ort sowieso Kontakt mit den beiden oder mit den Damara, die mit den beiden arbeiten.
Für uns waren ein paar Tage „Klettern an der Spitzkoppe“ eine tolle Ergänzung für unseren Familienurlaub, der vor allem Natur- und Tierhighlights für die Kinder bieten sollte. Da ich mir selbst einen „Wolf gesucht“ habe, um an brauchbare Informationen zu kommen und insbesondere die Zugänglichkeit der Normalroute zu klären, stelle ich die Informationen hier mal ein, auch wenn mir klar ist, dass die meisten Nutzer dieses Forums eher nicht zum Klettern nach Namibia fahren werden.
Außer dem spektakulären Normalweg auf die Spitzkoppe selbst gibt es noch zahlreiche gut abgesicherte Sportklettereien in der Nähe der Campsites, sparsam gebohrte Mehrseillängenrouten über gigantische Platten und wilde und z.T. sehr schwere Touren in den großen Wänden der Spitzkoppe und der benachbarten Pontoks (s.a. Namibia-Klettervideo auf der Patagonia-Website). Auch wenn man kein extremer Kletterer ist, kann man wahrscheinlich eine Woche klettern, ohne dass man gelangweilt oder enttäuscht wird. Einen 5er sollte man aber schon sicher draufhaben. Man braucht "Reserven". Man wird wahrscheinlich fast alleine im Gebiet sein und die nächste Bergrettung ist in Kapstadt!
Der Fels an der Spitzkoppe und den Pontoks ist ein rötlicher Granit, der z.T. durch die gnadenlose Sonneneinstrahlung blätterig verwittert, z.T. aber von wirklich guter Qualität ist. Der hervorragende englischsprachige Führer von Eckhardt Haber, 2010 in 3. Auflage veröffentlicht von Blue Mountain Publishers aus Capetown, ISBN 978-0-620-47601-0, gibt ausreichende Hinweise auf die jeweilige Felsqualität der Routen. Die Normalroute auf die Spitzkoppe und die kürzeren Routen, die wir noch gemacht haben, haben jedenfalls guten Fels.
Auch wenn man für den Normalweg auf die Spitzkoppe mit 50 Meter Doppelseil auskommt, sollte man jedenfalls 60 Meter Doppelseil mitnehmen, wenn man schon die lange Anreise zur Spitzkoppe auf sich nimmt. Die meisten Routen sind für 60 Meter ausgelegt und es wäre schade, auf eine Route verzichten zu müssen, weil die langen Seile zuhause geblieben sind. Camalots bis Größe 3 und einen kompletten Satz Stopper, Rocks o.ä. braucht man auch. Bei einer Spitzkoppe Besteigung empfiehlt sich ein drittes Seil für Notfälle beim Abseilen mitzunehmen und ggf. einen Seilrest von 15 Metern für die Abseilstelle im Zustieg. Wenn man nämlich an der 1. SL scheitert, kommt man nur zurück, wenn man ein Seil an dieser Stelle zurückgelassen hat. Schließlich würden auch ein oder zwei Muttern (10mm) und BH-Laschen nicht schaden.
Vor Jahren gab es an der Spitzkoppe mal einen Raubmord an einem Touristen. Auch diese lange zurückliegende Straftat geistert noch durchs Internet. Für uns bestand deshalb die Frage, ob es sicher genug ist, um den Wagen und ggf. die Kinder unten zurückzulassen. Auch dieser Unsicherheitsfaktor ließ sich ausräumen. Die Campsites werden regelmäßig von Alex’s Team kontrolliert und die Leute sind alle freundlich. Ich hatte – obwohl sonst vorsichtig – keine Bedenken unseren Wagen und unseren dieses Mal kletterfaulen Sohn an der Campsites zurückzulassen. Er wäre aber auch an dem nur 10 Fahrminuten von den Campsites entfernten Reception-Center und der dort gelegenen Bar von Alex und Dorinda Thompson untergekommen.
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02.08.2013 um 20:32
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