Verhältnisse - Detail

Gipfel: Passo dei Sabbioni, 2993 m.ü.M.

Route: Oberwald Bhf-Geretal-Passo dei Sabbioni-Witenwasserenpass-Witenwasserental-Realp Bhf

Frank Schaufuss

Verhältnisse

08.12.2013
1 Person(en)
ja
Das erste Mal für mich im Geretal. Man liest ja oft, dass die Abfahrt durch das Tal ein Murks ist. Das kann ich mir gut vorstellen. Hochlaufen ist viel besser, da das Tal sehr flach ansteigt und das auch nicht kontinuierlich. Hoch und runter und geradeaus. Zweimal habe ich mich bei "intelligenten" Abkürzungen verlaufen und so einige Höhenmeter dazugelegt... obwohl, man müsste einfach auf der Strasse bleiben, dann ist es eigentlich idiotensicher.
Das Tal ist sehr lang! Man läuft und läuft und kommt nicht vorwärts, heute durfte ich zudem alles spuren. Man ist wirklich am Allerwertesten der Welt, so abgeschieden war ich noch selten. Da darf absolut nichts kaputt gehen an Material oder Körper. Das ergibt zugleich eine spezielle Atmosphäre, einfach toll! Das verwinkelte Tal ist tief, Sonne ist rar und die Lawinensituation sollte tipptopp sein. Und morgen kauf ich mir einen Spot Messenger fürs Gleitschirmfliegen und Solotouren.
Eigentlich wollte ich via Witenwasseren- oder Muttenpass nach Realp vom Wallis ins Urnerland laufen. Von der neuen Perspektive habe ich das so noch nicht gesehen und bin vor Schluss prompt das falsche Tal hochgestiegen. Zum Passo dei Sabbioni wollte ich ja schon gerne mal, so nach Karte, aber heute hätte es das nicht gebraucht. Erst oben merkte ich, dass hinten das Tessin anfängt und nicht Uri...
Also wieder 3-400 Hm abfahren, dann kurz mit Skis auf dem Rücken queren/Schnee wühlen und auf den richtigen Pass.
Durch das wiederholte Verpassen der richigen Route wurde aus dem geplanten 1600er ein 2000er, wobei man zudem weeeeiter laufen muss als ich dachte. Das GPS sagte am Ende 19 km Anstieg und 12.7 km Abfahrt. Zum Glück sind meine Tourenschuhe bequem wie Schafsfellfinken.
Das ganze hat 6 Stunden gedauert und das war so auch nicht geplant. Die Schneeverhältnisse waren guter Pulver zum Spuren im halben Aufstieg, Bruch-/Presschnee zu Spuren in der anderen Hälfte und sonst die irrsinnigsten Windformationen von hart bis weich. Zum Abfahren null Pulver, meist hart und windbearbeitet. Dies war mehr eine Winterwanderung als eine Skitour...
Alles in allem aber wieder ein ganz tolles Erlebnis in totaler Abgeschiedenheit, eindrücklich!
Schnee wär schee. Habe aber keinen Stein touchiert.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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09.12.2013 um 12:48
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