Verhältnisse - Detail

Gipfel: Monte Rosa Ostwand - Marinelli Couloir

Route:

Angelika Sontag

Verhältnisse

11.06.2004
Am Freitag um 9h15 von Pecetto (1365m) mit dem Sessellift bis nach Belvedere gefahren (1904m) - erste Bergfahrt ab 9 Uhr. Gegen 10 Uhr Aufbruch Richtung Marinelli Biwak. Wir haben den Weg über das Rifugio Zamboni Zappa gewählt, was nicht so gut war, da wir dann bei der Querung des Belvedere Gletschers viel Zeit verloren haben. Besser ist es direkt auf der Nordseite des Nordendgletschers entlang zu gehen, diesen dann zu queren und auf dessen Südseite an der Marinelli Rippe aufzusteigen. Mit Ski Aufstieg dann bis fast zum Biwak (3036m) gut möglich, allerdings z.T. in einer lawinengefährdeten Rinne. Regen im letzten Teil des Aufstiegs.
Das Biwak ist mit einem zweiflammigen Gaskocher, ausreichend Töpfen, Geschirr, Decken & Matratzen (feucht) ausgestattet. Es stehen noch 2 volle große Gasflaschen dort, man kann sich also darauf verlassen. Mit sechs Leuten war die Hütte schon gut gefüllt; die angegebenen 12 Schlafplätze sind wirklich die Kapazitätsgrenze.
Start am Samstag, 12.6. um 0h45. Sternenklarer Himmel. Querung zum Marinellicouloir am Vorabend schon erkundet und Steinmännchen gebaut, da sonst nicht leicht im Dunkeln zu finden. Aufstieg im Couloir, teilweise guter Trittfirn, teilweise immer wieder hart. Im steilen Abschnitt in der Seraczone und auf dem Imsengrücken sprödes Blankeis. Alles frei gestiegen. Bei der Querung zum Grenzsattel oberhalb 4000m immer wieder Wühlschnee. Wegen der vielen Spalten dort in Seilschaft gegangen. Ausstieg Grenzsattel gegen 9h30. Wenn man sich im Aufstieg immer leicht links hält, drängt sich die richtige Routenführung förmlich auf.
Auf der Zermatter Seite des Grenzsattels erstmal 3 Seillängen abseilen. Davon 5m senkrecht hinab über den oberen Teil der Randspalte. Von dort Abfahrt bis auf den Gletscher unterhalb der Monte Rosa Hütte. Skitragen bis zur Station Rotenboden der Gornergratbahn. Insgesamt macht man auf der Tour incl. des Gegenanstiegs zur Gornergratbahn 1900hm.
Wir haben das Auto in Brig (Rhonetal) abgestellt und sind mit dem Zug durch den Simplontunnel nach Domodossola (Italien) und von dort mit dem Bus weiter nach Macugnaga gefahren. Super Verbindung! Übernachtung in Macugnaga-Pecetto im Hotel Segovia direkt gegenüber dem Sessellift. Günstig und sehr freundliche Leute. Momentan ist keine Saison, wir waren die einzigen Gäste. Auf der Rückfahrt kommt man von Zermatt problemlos wieder mit dem Zug nach Brig. Diese Lösung hat sich als sehr angenehm und effektiv herausgestellt.
Ideale Verhältnisse in der Wand, die auch noch eine Zeitlang so bleiben werden! Eine kalte Nacht vorausgesetzt, da tagsüber in unzähligen Lawinenrinnen Schnee und Steine runterkommen. Sehr früh aufbrechen. Lockerschneelawinen (ungefährlich, da in den Rinnen) setzen ca. ab 6 Uhr ein. Steinschlag vereinzelt ab 7 Uhr.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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14.06.2004 um 15:55
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