Verhältnisse - Detail

Gipfel: Gehrenspitze-Nordwestwand, Herman-Loderer-Gedenkweg

Route:

Alban Glaser

Verhältnisse

08.08.2004
Sind am Samstag den Herman-Loderer-Gedenkweg in der Gehrenspitz-Nordwestwand gegangen(Zeit: 6,5h ab Einstieg bis Gipfel, Zustieg 2,5h). Insgesammt sehr interessante und eindrückliche Tour, zu unrecht so selten begangen. Wir waren laut Wandbuch die 13.Seilschaft. Die Tour ist in den schwierigen Seillängen (6-er-Seillängen)relativ gut abgesichert. Allerdings muß in den leichteren Seillängen, bis auf gelegentlich einen Normalhaken, selbst abgesichert werden. Die Felsqualität ist in den schwierigen Längen gut, in den leicheren teilweise kleinsplittrig und brüchig. Standplätze sind teilweise gebohrt oder mit guten Standhaken versehen. Alle Stände gut und bequem und relativ vor Steinschlag des Vorsteigers geschützt. Über die Tour kann zur Not auch abgeseilt werden. Es empfiehlt sich die Mitnahme der verbalen Tourenbeschreibung aus dem Rother Führer von M.Lutz. Diese Beschreibung der Einzelseillängen war uns sehr hilfreich bei der Orientierung und war sehr präzise. Als Topo ebenfalls gut verwendbar und eine Ergänzung zum Topo von T.Freudig. Die im aktuellen Topo(2003) von Freudig eingezeichneten Haken waren in den leichten Seillängen meist zutreffend. Die Schlüsselseillänge unterhalb Wandbuch weist genau die Anzahl der beschrieben Haken auf(einer davon ein Fixkeil). In der 6+/Seillänge darunter steckte zusätzlich ein Normalhaken vor dem Bohrhaken und einer danach(direkt neben dem Felskopf). Es lassen sich Friends bis Grösse 3 und mittlere bis große Keile gut verwenden. Friends aber eher hilfreich, vorallem CAM 0,5 - 3.Der empfohlene Hex 9 ist nicht unbedingt notwendig. Wir hatten Felshammer und Haken dabei und haben die von uns zusätzlich geschlagenen Haken, vor brüchigen Felspassagen, alle wieder entfernt um den von uns vorgefundenen Zustand der Route nicht zu verändern. Einstieg bei Riß mit kleinem Felsausbruch auf der linken Seite. Drei leichte Seillängen vor Gipfel Querung zu Normalweg aus Einschartung am Grat möglich.
Lohnende, gut abgesicherte Tour(schwierige Längen) mit schönem alpinem Feeling. Das Klettern im 4er bis 5er Gelände, ohne vorhandene Haken und in teilweise brüchigem Fels sollte allerdings beherrscht werden. Die erste schwierige Länge ab Battertschlucht ist wahrscheinlich eher 6 mit Einzelstellen 6+ und die Schlüsselseillänge darüber eher konstant6+ als 7-.Dafür ist die 5+ direkt nach dem ersten Stand eher kurz eine 6-. Da die Schlüsselseillänge in der Verschneidung sich vorwiegend gut mit Fußarbeit klettern läßt, sind trockene Verhältnisse hier sehr hilfreich. Abstieg ab Gipfel nach Süden über Normalweg und dann auf einfachem Weg direkt zur Musauer Alm in ca 1-1,5h. Dieser ist dem Abseilen über die Nordostwand(alter Freudig-Führer, 1991) deutlich vorzuziehen.
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08.08.2004 um 19:14
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