Verhältnisse - Detail

Gipfel: Obergabelhorn via Wellenkuppe

Route:

Rory Chisholm

Verhältnisse

22.08.2004
Wir sind schon am Freitag zur Rothornhütte aufgestiegen - am Samstag Morgen um vier Uhr schneite es dann und wir haben beschlossen die Tour auf den Sonntag zu verschieben. Einige Seilschaften haben es am Samstag trotzdem versucht und sind wegen starkem Wind abgestiegen.

Die Hütte war in der Nacht auf den Sonntag völlig ausgebucht, so dass ich ins Hotel Trift absteigen musste. Um 01:45 bin ich von dort Richtung Rothornhütte los.

Das gesamte Geröll am Grat der Wellenkuppe war am frühen Morgen noch gefroren was die ganze Sache deutlich angenehmer gemacht hat. Steigeisen bis zum Firngipfel nicht nötig.

Abstieg von der Wellenkuppe und prompt Stau am grossen Gendarme. Die Querung auf der Mountetseite z.Z. gut machbar (keine vereisten Platten).

Im weiteren Anstieg sind fast alle Seilschaften so früh wie möglich in den felsigen Teil des Gipfelgrates aufgestiegen - hier sind die Schwierigkeiten recht anhaltend (Standsicherung) - und in einer Stunde wie im Führer angegeben sind die ca. 8 Seillängen kaum zu Bewältigen.

Alternativ kann man in die Norwand queren - was wir 1-2 Seillängen wegen Stau versucht haben - allerdings ist das Gelände recht Steil (Frontzacken Technik) und das zurücksteigen auf den Grat über vereiste und kaum zu sicherende Platten ist auch nicht ganz einfach.

Im Abstieg sollte man dan unbedingt ein Seil mitnehmen, dass länger als unser 30m Seil ist. Weil man mit so einem Seil nur 15 m Abseilen kann musste ich jede zweite Abseilstelle einrichten - sowohl am Gipfelgrat wie auch am grossen Gendarme (reicht aber gut an der Wellenkuppe)

Wegen des langen Abstieges waren wir erst um 18:00 wieder auf der Hütte - die schon wieder ausgebucht war - ich bin dann am selben Tag noch nach Zermatt abgestiegen.
Grundsätzlich gute Verhältnisse - die Tour ist etwas härter als Zinalrothorn - v.A. wegen der lange anhaltenden Schwierigkeiten nach der Wellenkuppe.

Die Nordwand sah (von oben) eigentlich auch recht gut aus. Evtl. nicht ganz einfacher Zustieg auf das obere Plateau des Hohlichtgletschers.

Die blaue Schlinge in halber Höhe zum Grateinstieg der Wellenkuppe stammt von einer Abseilübung meinerseits vor wenigen Wochen - und ist nicht als Stand gedacht denn es mühsam und kompliziert zu erreichen gilt, wie es eine Italiänische Gruppe versucht hat - so einfach entsteht ein neuer Normalweg.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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22.08.2004 um 17:22
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