Verhältnisse - Detail

Gipfel: Piz Cambrena / Eisnase

Route:

Stefan Biggel

Verhältnisse

23.08.2004
Der Aufstieg zum NNW- Grat ist nicht mehr über das Firnfeld möglich da dieses stark ausgeapert ist. Wir sind über die zwei auffallenden nach N ausgerichteten Eisfelder aufgestiegen bis man nach links Traversierend den Grataufschwung erreicht. Den Felssporn links liegen gelassen, führt es weiter über Bänder zu den Firnrücken (bis hier II-IIIer Gelände mit gelegentlichen heiklen Kletterstellen evtl. stellen IV- je nach Routenwahl). Nach dem Firnrücken nicht wie im Führer beschriben die Firnflanke weitergehen da hier das Gelände sehr verspaltet ist. Besser rechts in den Fels (Schlinge sichtbar an Felskopf 15m über dem Rückenende). Unterhalb der Schlinge befindet sich die Schlüsselstelle, eine Platte (IV evtl. IV+). Bei uns war sie vereist und dadurch sehr heikel, die vermeindlichen Griffe an der rechten Seite sind lose. Dannach kann dem Grat logisch gefolgt werden bis zur Eisnase. Hier 50° steiles Genußeis mit wenigen scholligen Stellen diese sollten aber umgangen werden sie großflächig schlecht mit dem untergrund verbunden sind (vom Felsriegel eher leicht rechts halten). Im Gipfelplatt hatte es mehrere Große Spalten!!
Der Abstieg erwieß sich als sehr nervig. Wir giengen Richtung Norden bis zu einem kleinen Steinmandel und hier den wenig ausgeprägten Westgrat hinunter. Dann Richtung SW ein offensichtliches Band traversierend. Hier liegt sehr viel loses Gestein und jeder Tritt muß genau geprüft werden. Das beschriebene leichte Firnfeld war Gletschereis das sehr stark mit Stein und Geröll durchsetzt war. Hier haben wir Abgeseilt und die Schlinge belassen. Die querung richtung Palü Ostgrat war nicht sehr lohnend da es wohl kein durchkommen durch die Spalten gibt. Wir gingen wieder zurück und stiegen objektiv Gefährliches (Steinschlag) Gelände der Westwand entlang ab (Ebenfalls schlechtes Eis). Von geeigneter Stelle Abgeseilt bis an einen Felsblock im Eishang und von dort über die Randspalte in sicheres Gelände(Schlingen wurden belassen). Weiter über Piz Palü Normalweg zur Diavolezza (Die letzte Bahn fährt um 17:30Uhr, jetzt wissen wir es sicher ;o) ).
Alles in allem eine sehr schöne Tour die aber (wie bei uns der Fall) bei Neuschnee und Vereisung nicht unterschätzt werden sollte. Die Führer sind wohl nicht mehr ganz aktuell, die Tour ist unserer Meinung nach durch Ausaperung erheblich schwerer geworden. Zu den Zeitangaben: Wir benötigten für den Aufstieg (und dass obwohl wir bis auf die Platte Seilfrei giengen) 5:30h und für den Abstieg nochmal 5h.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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23.08.2004 um 17:02
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