Verhältnisse - Detail

Gipfel: Finsteraarhorn, 4273 m.ü.M.

Route: Normalroute

Doris Dörig

Verhältnisse

15.04.2017
2 Person(en)
ja
Ausgezeichnet
Zustieg am Karfreitag über das Jungfraujoch, Abfahrt um 11 Uhr über den steinhart gefrorenen Jungfraugletscher bis zum Konkordiaplatz (2'700m), Aufstieg über den Grüneggfirn bis zur Grünhornlücke (3'290m) und Abfahrt zum Fieschergletscher und kurzer Gegenanstieg zur Finsteraarhornhütte (3'048m). Unterbringung in modernen Zimmern mit 6 Etagenbetten, fliessendem Wasser und Toiletten am Gang. Freundlicher Hüttenwart und gute Küche, was will man mehr?
Am Samstag vor Ostern Frühstück um 5 Uhr, Abmarsch um 5:45 mit Stirnlampen.
Wir durchquerten zuerst das Geröllfeld rechts von der Hütte und stiegen auf dem Gletscher bis zum Frühstücksplatz auf, den wir nach 2 Stunden erreichten. Die Ski mussten wir hier ein paar Minuten schultern. Danach gings zwei weitere Stunden über den Gletscher in schier endlos scheinenden Serpentinen bis zum Hugistattel auf 4'087 m. Hier deponierten wir die Skier und montierten die Steigeisen.
Im Nordwestgrat lag relativ viel Schnee und der Weg war gut ausgetreten. Wo keine Spuren im Schnee zu sehen waren, zeigten die hellen Stellen am Fels, wo die Bergsteiger die Steigeisen einsetzten. Nach einer leichten Kletterei (am nächsten Tag hatte ich mehr Muskelkater in den Oberarmen als in den Beinen) erreichten wir um 11 Uhr den Gipfel.
Schon auf dem Gipfelgrat konnten wir beobachten, wie die Wolken immer höher stiegen. Kaum hatten wir die ersten Gipfelfotos gemacht, holte uns der Nebel ein. Da es auch sehr kalt und windig war, machten wir uns schnell auf den Abstieg zum Hugisattel. Auch der Rückweg über den Grat war leicht zu finden und mein Bergführer, der sonst keine Blumen verteilt meinte, ich wäre "sackstark" abgestiegen.
Die Abfahrt über den steinhart gefrorenen Gletscher strapazierte die Oberschenkel, aber ich war heilfroh, dass ich diesen Berg als Skitour gemacht hatte und nicht als Sommerhochtour, bei der ich zu Fuss absteigen hätte müssen.
Um 13 Uhr waren wir bereits wieder in der Finsteraarhornhütte, wo wir uns noch eine weitere Nacht gönnten.
Am Nachmittag begann es zu schneien und als wir uns am nächsten Morgen bei Tagesabruch auf den Weg machten, hatten wir 10 cm Pulverschnee.
Um den Fussmarsch über die Moränen des Fieschergletschers zu vermeiden, stiegen wir nochmals zur Grünhonlücke auf, fuhren (im Pulverschnee) über den Grünegggletscher zur Konkordiaplatz und über den Aletschgletscher bis zum Eggishorn. Die Bedingungen waren ideal, der Neuschnee war bereits vom Winde verweht und wir konnten die Abfahrt über den Gletscher meistern, ohne mit den Stöcken nachhelfen zu müssen.
Am Fusse des Eggishorn führte uns Kilian über den Gletscherbruch und anschliessend stiegen wir nochmals 90 min. zum Tälligrat auf 2'600 m hinauf, von wo wir in wenigen Minuten das Skigebiet der Aletsch Arena erreichten.
Die Abfahrt über die Skipiste bis zur Fiescheralp war ein wahrer Genuss.
Die Heimreise mit dem Zug war entspannend, auch wenn ich in Goldau im stömenden Regen aussteigen musste.
Gottseidank hat das Walliser Wetter einen grösseren Einfluss auf das Jungfraugebiet als das Wetter in Ausserschwyz.
Ganze Route
Firn/Hartschnee
WETTER-PROGNOSE
Wettervorhersage für Finsteraarhorn (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
Ich bin meinem mittelfristigen Ziel, die höchsten Gipfel aller 26 Kantone zu besteigen, wieder einen Schritt näher gekommen ....
16.04.2017 um 16:19
4712 mal angezeigt