Verhältnisse - Detail

Gipfel: Gran Paradiso, 4061 m.ü.M.

Route: Gran Paradiso Nordwand

Simon Thon

Verhältnisse

16.04.2017
2 Person(en)
ja
Gut
Start am Parkplatz Pravieux (1834m) und zunächst mussten wir erstmal ca. 300hm die Ski tragen. Eine geschlossene Schneedecke hat es erst oberhalb der Baumgrenze auf ca. 2200m.

Außer uns waren am Sonntag noch zwei andere Seilschaften in der Nordwestwand. Am Samstag und Ostermontag gab es keine Begehungen.

Zu den Verhältnissen:

Zustieg bis zum Bergschrund mit Ski gut möglich. Ohne Ski ist es sicher sehr kraftraubend, da man im Bruchharsch teilweise bis zur Hüfte im Schnee versinkt. Harscheisen sind sicherlich nicht verkehrt. Wir hatten keine dabei, ging aber auch so.
Vom Bergschrund an gehts im guten Trittschnee rauf zu den Felsen (vielen Dank an dieser Stelle an die beiden Italiener fürs Spuren). Dort folgt der Übergang ins Blankeis. Wir haben von nun an gesichert. Insgesamt 6 Seillängen mit jeweils ca. 40-50m (wer mental dazu in der Lage ist, kommt sicher auch mit nur 2-3 gesicherten SL gut zurecht), immer am Eisrand entlang. Den Ausstieg im Firn sind wir dann wieder frei gegangen.
Das Eis ist nicht zu hart, hat aber recht viele Lufteinschlüsse und splittert dementsprechend. Dies hat wiederum unangenehmen Eisschlag für den Sichernden bzw. die nachfolgenden Seilschaften zur Folge.
Der letzte Abschnitt auf dem Firngrat zum Gipfel ist recht ausgesetzt und erfordert aufgrund des teilweise losen Schnees nochmal ein wenig Konzentration.

Gemäss Lawinenbulletin
Die Blankeisstellen werden vermutlich nicht weniger...
WETTER-PROGNOSE
Wettervorhersage für Gran Paradiso (Quelle: meteomedia.de)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
Wir haben eine etwas unkonventionellere Variante gewählt und sind zur Akklimatisierung mit Zelt in zwei Etappen aufgestiegen: 1. Nacht auf ca. 2500m, 2.Nacht auf ca. 3100m.

Am Sonntag sind wir dann um 5Uhr Richtung Nordwand aufgebrochen. Da das Sichern viel Zeit gebraucht hat und uns ab Mittag die Kälte, starker Wind und schlechte Sicht den Aufstieg erheblich erschwert haben, kamen wir erst gg. 17Uhr auf dem Gipfel an. Die Abfahrt im Nebel hat nochmals viel Zeit gekostet, sodass wir eine dritte Zeltnacht einlegen mussten.
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18.04.2017 um 11:42
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