Verhältnisse - Detail

Gipfel: Strahlhorn, 4190 m.ü.M.

Route: Schlittenbergsteigen ab der Britanniahütte zum Strahlhorn - Schneeschuh/Schlitten PIONIER Tour

SnowBraker

Verhältnisse

17.05.2017
1 Person(en)
ja
Gut
6:00 Start Britaniahütte (3000m). Querung mit Schneeschuhen bei hartgefrorenem Schnee zum Hohllaubgletscher hinab. Bis zur Hälfte der Strecke auf dem Allalin Gletscher wegen tragender Oberfläche mit Bergschuhen begehbar. Ab 9:00 und kurz vor dem Adlerpass weiterer Aufstieg mit Schneeschuhen. Allmählicher Übergang in Pulverschnee, vor allem auf dem Gipfelplateau gute Powder Verhältnisse.Bei der Abfahrt im unteren Gletscherbecken Sulzschnee, beim Aufstieg zur Britanniahütte völlig durchnässte Schneeverhältnisse.
Am 2. Tag ab 10:00 Abfahrt von Felskinn nach Saas Fee. Beste Verhältnisse im oberen Bereich, ab 2000m zunehmende Durchweichung und schwerer Schnee.
19.5.2017 ca. 50cm Neuschnee. Ab 21.5.2017 einige Tage stabiles Wetter.
WETTER-PROGNOSE
Wettervorhersage für Strahlhorn (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
Start um 6:00 an der Britaniahütte. Etwas knifflige Querung mit Schneeschuhen auf den Hohllaubgletscher hinab. Danach geht es weiter Richtung Allalingletscher. Da es immer wieder kurze Abfahrtsmöglichkeiten gibt habe ich die Schneeschuhe auf den Rucksack gespannt und bin mit Bergschuhen weitergegangen. Dies hat herrlich funktioniert bis ca. 9:00. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und aufweichender Schnee haben dann die Schneeschuhe wieder zum Einsatz gebracht. Die herrliche Landschaft mit Felsgebirg, Gletscherabbrüchen und die klaren, weißblauen Linien am schneebedeckten Grathorizont lassen die Aufstiegsanstrenungen am Adlerpass vergessen. Ach so, der Höhenmesser zeigt nun 3700m, der Mensch ist nicht akklimatisiert und Lagernächte sind auch nicht gerade entspannend. Am 35° Hang zum Gletscherplateau muss ich meinen Aufstiegsentspannungstrick anwenden. 2 Schritte, Mini Entspannungsstop und ausatmen,Skistöcke 1m weiter einstecken und es folgt die nächste Sequenz. Als konzentrierte Meditation betrieben muss man sich nicht wundern wenn man plötzlich oben ist. Oben heißt hier, Blick aufs Matterhorn und Tiefblick Richtung Zermatt. Es ist für mich ein erhabenes Gefühl mit dem ALPIN Schlitten hier auf 4000m weiterzusteigen mit dem Wissen dass so etwas noch nie jemand unternommen hat. Jetzt freue ich mich schon auf die Abfahrt und die umliegenden 4000er strahlen herüber. Rauf zum Gipfelkreuz brauchts noch etwas Anstrenung und nun bin ich oben. Nicht so sehr geräumig hier. Aber ich bin alleine. Schnell ein Gipfelfoto und den Augenblick genießen. Ich sichere mich mit einer Reepschnur am Gipfelkreuz da ich nun hier oben den Schlitten für die Abfahrt vorbereiten muss. Schlittentourenfelle abziehen, Schneeschuhe verstauen, Fangriemen am Schlitten befestigen. Man hat immer was zu tun. Und wie komm ich nun wieder runter. Der Gipfelhang hat kurz über 40°. Aber nun genieße ich zuerst mal die Aussicht. Alleine und aus Sicherheitsgründen werde ich gesichert mit dem Eispickel einige Meter absteigen bis ich einen guten Startplatz gefunden habe. Unglaublich! Mit Blick aufs Matterhorn erste Pionier Schlittenabfahrt von einem 4000er. Hier oben herrscht Idealgelände zum Surfen im Powder. Es ist windstill, hörbar nur die Fahrgeräusche vom aufgewirbelten Schnee. Schnell habe ich meine Schlüsselstelle erreicht. Der Steilhang, 35°, 10cm Pulverauflage, etwas zerfahren, daher nicht kontinuierlich zu Bremsen. Aber ein großer Vorteil: Es gibt im Auslauf keinen Felsabbruch! Also, Konzentration, die Bergschuhe fest in den Bremsen, in den Händen das Bremsseil der Support Bremse (mit der Support Bremse wird zusätzlich Bremskraft aufgebracht), die Erfahrung im Rücken und abwärts gehts Richtung Allalin Gletscher und weiter mit beschaulichen Gefälle und kurzen steileren Zwischenstücken soweit wie möglich abwärts zum Hohlaubgletscher. Nun rächt sich etwas der späte Start. Das Gelände wird flacher und der Schnee sulzig. Absteigen, Schneeschuhe an, laufen. Die letzte Stunde mit dem Aufstieg zur Britanniahütte fordern nochmals alle noch vorhandene. Der Gedanke die Mineraliendepots mit einem kühlen Franziskaner Weißbier aufzufüllen reicht schon als Motivator.Insgesamt war ich 8h unterwegs, inklusive Pausen und Foto Stopps.
Am nächsten Tag gibts dann ab Felskinn eine 1200 HM Genussabfahrt nach Saas Fee.

Zu diesem Eintrag wurden 0 Fragen / Kommentare verfasst,
 
Du bist nicht eingeloggt. Diese Funktion steht nur für eingeloggte Benutzer zur Verfügung.
18.05.2017 um 22:29
2385 mal angezeigt
By|Sn|Vy