Verhältnisse - Detail

Gipfel: Aletschhorn Südwestwandrippe, 4193 m.ü.M.

Route:

Fredi Hummer

Verhältnisse

21.05.2005
2 Person(en)
ja
Kleines Jubiläum gefällig. Das Aletschhorn, mein 20. Viertausender. Er ist der zweithöchste Gipfel der Berner Alpen und meine bisher längste und härteste Tour mit Ski. Die Fakten: 1.Tag: 6 Std. Aufstieg zur Oberaletsch-Hütte (davon 4 Std. Ski tragen). 2.Tag: 18 Std. für die Gipfelbesteigung und Abstieg bis zum Auto (3 Std. Ski tragen). Wer sich davon nicht abschrecken lässt, dem bietet das Aletschhorn ein tiefes, beeindruckendes Bergerlebnis, das unter Umständen bis an die körperliche Leistungsgrenze geht. Vor allem dann, wenn man alle Bergbahnen ausspart und zu Fuss, quasi vom Tal aus startet. Der Zustieg von Täätsche zur Oberaletsch-Hütte ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Derzeit sind 4 Std. Ski tragen angesagt. Bevor man auf dem Oberaletschgletscher die Ski anschnallen kann, muss die Seitenmoräne, zum Gletscher hinab, überschritten werden. Dieser Übergang ist sehr steil, durch die Ausaperung gefährlich und extrem von Steinschlag bedroht. Ab etwa Mitte Juli gibt es einen neuen, sicheren Sommerweg zur Hütte. Die beinahe senkrechten Abstürze der letzten 150 Höhenmeter zur Hütte hinauf, sind mit Seilen und Leitern vorzüglich gesichert. Sehr freundliche Bewartung und ausgiebiges Essen, auch wenn man später als geplant zur Hütte kommt. Tagwache ist dann um 3 Uhr. Mit der Stirnlampe geht es den gesicherten Abbruch zum Gletscher hinunter und zügig taleinwärts, bis wir bei einer ersten Steilstufe die Harscheisen montieren. Nach etwas flacherem Gelände folgt wieder ein langer Steilhang, in senkrechte Gletscherbrüche auslaufend. Dieser schwierigste Teil des Skianstieges verlangt eine sichere Felltechnik und hundertprozentigen Einsatz der Harscheisen. Das Skidepot errichten wir auf etwa 3700 m. Es folgt der lange Gratanstieg über die Südwestwandrippe. Diese Route ist etwas schwieriger und länger, als der Normalweg vom Mittelaletschbiwak. Im oberen, steilen Teil, gibt es neuerdings einige Eisenstangen als Sicherungsmöglichkeit. Der Aufstieg über die Rippe bewegt sich vorwiegend in steilen Firnflanken und ist heute bei gutem Trittschnee (Mittags zunehmend weicher), traumhaft schön. Als wir den Gipfel betreten, sind bereits mehr als 8 Std. seit dem Abmarsch vergangen. Ein Berg, der viel Schweiss und Mühe kostet. Dafür hinterlässt er besonders tiefe und bleibende Eindrücke. Ein grossartiges Bergerlebnis.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
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22.05.2005 um 23:58
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By|Sn|Vy