Verhältnisse - Detail

Gipfel: Oberaar- und Finseraargebiet

Route:

Aaron

Verhältnisse

28.07.2005
1. Tag: Aufstieg zur Galmihütte (gut 1h).
2. Tag: Via Lücke 2784 auf den Heji Zwächte (auf diesen führt ein markierter Wanderweg, dieser führt allerdings nicht zur Lücke und über den folgenden empfehlenswerten Grat (L)). Überschreitung zum Firehorn, Abstieg zur Firehornlicke mit leichter Kraxelei. Auf Gletscher zur Bächilicke, Abstieg zu P. 3060. Aufstieg zur Oberaarjochhütte (6h). Aufstieg zur Oberaarjochhütte von der Grimselstaumauer aus geht ebenfalls bequem in 4h.
3. Tag: Abstieg auf Studergletscher, via Studerjoch und Westgrat (diesen betritt man am besten ca. 50m östlich der Lücke über steileren, problemlosen Firnhang direkt zu den Felsen hoch) auf das Studerhorn. Schöner Firngrat, landschaftlich sehr lohnende Tour. Überschreitung zum Altmann (am besten direkt dem leichten Grat folgen, die Umgehung links ist nur bei hartem Schnee schneller). Überschreitung zum Oberaarhorn mit schöner Felskletterei. Bis zum tiefsten Punkt in einfacher Kletterei (eine Stelle etwas schwieriger und sehr exponiert, schlechte Abseilstelle wäre ebenfalls vorhanden). Danach schöne und steilere Gratkletterei (II) mit ganz wenigen problemlosen Schneeresten direkt auf den Gipfel. Die Nadel wird 10m unterhalb rechts umgangen. Abstieg zur Oberaarjochhütte über weichen Schnee und Schutt (zu gut markiert...), leicht. 6h. Weiter zur Finsteraarhornhütte. Auf dem Galmigletscher steigt man unbedingt nochmals unwesentlich an um die Felsinsel im Gletscher östlich zu umgehen (über Koordinatenpunkt 151/656). Danach leicht links ausholend vermutlich unproblematisch auf den Fieschergletscher hinunger. (Achtung: Der Direktabstieg westlich der Felsinsel hinunter ist schwierig und ohne Akrobatik unpassierbar). Das Rotloch nicht zu direkt angehen, sondern im Abstand von ca. 200m in einem weiten Rechtsbogen umgehen (flacher Gletscher, kleine Moräne übersteigen). Weiter am östlichen Rand des Fieschergletschers zur Finsteraarhornhütte ansteigen (blank, viele Spalten, zermürbend). Zuletzt über Felsen unschwierig zur Hütte ( gut 3h).
4. Tag: Finsteraarhorn über abgekürzende Variante des Südostgrats, Abstieg Normalweg. Um auf den Südostgrat zu gelangen folgt man bis ca. 3450 dem Normalweg , danach hält man über einige Spalten gerade auf den südlichen Gratausläufer des Vorgipfels zu (ca. P. 3500, je nach Karte). Danach im Firn unmittelbar den Felsen entlang (Vorsicht Steinschlag, quert man zu tief unterhalb zur Rinne, nämlich unterhalb des steinbedeckten Gletscherbruchs, ist dies deutlich schwieriger und gefährlicher) unter die Eisrinne. Es gibt nun verschiedene Eisrinnen, welche den Aufstieg ermöglichen, wir haben die ausgeprägteste Rinne gewählt, jene ganz links (gemäss Führer). Der Einstieg befindet sich dort, wo der Schnee am weitesten hinaufreicht. Durch Lawinenrinne hoch, schwierige Überwindung des Schrunds, danach zu den Felsen hoch (ca. 45 Grad, 2m senkrecht bis leicht überhängend, jedoch mit gutem Firn). Ca. 100m zuerst steil, danach etwas flacher über sehr losen Fels und Schutt in der Rinne empor. Danach ca. 100m mixed Gelände, Schnee- und Eisresten in der Rinne und lose Felsen, ca. 45 Grad, kurze Stellen etwas steiler. Danach rechts zur Rinne raus und über Felsrücken zum Grat (3920), lose Felsen (III). Es wäre momentan auch noch möglich, weiterhin in der Schneerinne links zu bleiben und so den Grat zu erreichen (ca. 45 Grad). Nun in leichter Kletterei (II) zum Vorgipfel, nur sehr kurze Schneepassagen. Fels besser aber immer noch zum Teil sehr lose). Überschreitung zum Steilaufschwung unter Hauptgipfel in exponierter, schöner Kletterei über kleine Gendarmen (III+), an den schwierigen Stellen ist der Fels gut. Kurz vor dem Steilaufschwung an Zacken Stand gemacht, Traverse nach links über Platte (Nh) in eine Fels- und Eisrinne. Diese ist ca. 60 Grad steil, Eis- und Schneeresten, Wassereis, Fels lose. Sie war gestern ohne Steigeisen gut kletterbar (III+), 1 Nh, mit Schlingen notdürftig absicherbar. Nach ca. 30m in der Rinne quert man links raus zu deutlichen, festen Zacken, Stand. 40m. Danach in deutlich leichterer Kletterei zum Hauptgipfel. 4h, auch bei weiterer Ausaperung der Eisrinne über lose Felsen weiterhin machbar, trotz über weite Strecken schlechter Felsqualität sehr schöne und selten begangene Tour (letztmals angeblich spätestens 02), einfacher als erwartet. Momentan gut mit einem Pickel machbar, Grat ohne Steigeisen besser. Abstieg über Normalweg problemlos, Stau. Zuerst in leichter Kletterei (II) zum Hugisattel, Fels auf dem Grat gut, in der Flanke lose. Wenige Schneepassagen, ohne Steigeisen machbar, vermutlich aber vorteilhafter alles mit Eisen klettern und einige Kletterstellen des Grats problemlos über Firnresten und Bänder in der Flanke umgehen. Vom Hugisattel über Gletscher (nicht blank) zum Frühstücksplatz, über Schuttweg hinunter auf den Gletscher. Über einige unproblematische Spalten in den Fels hinunter und auf markiertem (blau weiss)Weg zurück zur Hütte(gut 2h). Direkt weiter durch Grünhornlücke auf den Konkordiaplatz und zum Jungfraujoch hoch (knapp 5h von der Hütte zur Bahn). Letzte Bahn 18.05!
Alle beschriebenen Anstiege sind weiterhin gut machbar und sehr lohnend. Südostgrat des Finsteraarhorns für geübte Berggänger sehr empfehlenswert (ZS-S), kein Stau. Vorsicht, momentan sind im ganzen Gebiet die Spaltenbrücken ca. zw. 3000 und 3500 sehr schlecht, auch frühmorgens, viele Einbrüche, unbedingt überall gut anseilen. Zeitangaben im Berner Führer von Werner Munter sehr grosszügig berechnet und auch im gemütlichen Tempo zumeist realistisch!
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
Selbstversorger. Kochmöglichkeit gab es auf keiner einzigen Hütte, ebensowenig die Möglichkeit selbst mitgebrachtes Essen zur Zubereitung abzugeben. In der Galmi- und Oberaarjochhütte werden Selbstversorger mittelmässig freundlich empfangen, in der Finsteraarhornhütte waren wir hingegen sehr willkommen, wunderschöne neue Hütte mit sehr freundlichem Team. Auf der Galmihütte hatte die Hüttenwartin zudem leider absolut keine Ahnung von möglichen Routen und Wegen und Verhältnissen etc....
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29.07.2005 um 14:16
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By|Sn|Vy