TourenFührer - Gipfel

Filidor Verlag

Gipfel: Eiger, 3970 m.ü.M.

Eiger
3970 m.ü.M.
CH - Waadt/Freib./Berner Alpen
643443 | 158627 (Schweiz)
46:34:39:N | 8:0:19:E
Der 3970m hohe Eiger ist einer der weltbekannstesten Berge der Erde, er gehört zum Berner Oberland und liet vollständig im Schweizer Kanton Bern. Er ist dem Alpenhauptkamm nördlich vorgelagert und sein Gipfel ragt zirka 3000m über dem grünen Tal auf was ihn neben seinen beiden südwestlichen Nachbarn Mönch (4107m) und Jungfrau (4158,2m) zu einem der bekannten "Dreigestirne" macht. Durch die abenteurliche Besteigungsgeschichte seiner berühmten Nordwand in der sich zahlreiche Bergstegerdramen ereigneten wurde er weltweit bekannt und hat bis heute nichts an seiner Faszination verloren.

Der vollständig aus Kalk aufgebaute Eiger erhebt sich mächtig südwestlich von Grindelwald (1034m). Die enorm mächtige Nordwand ist von der Lage jedoch eher eine fast 5km breite breite Nordwestwand. Sein etwa 3,5km Nordostgrat beginnt bei den Feltürmen bei der Ostegg (2710m) die als Hörnli bezeichnet werden, oberhalb P.3057m geht dieser Grat in den eigentlichen Mittellegigrat über. Auf der Westseite begrenzt der Westgrat die Eigernordwand. Im Westgrat befindet sich zusätzlich der bei alpinen Bergwanderer beliebte Rotstock (2663m) und am Gratfuss auf 2320m liegt die Station EIgergletscher. Südlich vom Westgrat liegt sie Westflanke die noch weiter südlich durch den Chlyne Eiger (3469m) vom Eigergletscher getrennt ist. Der Grat vom Chlyne Eiger ist südwestlicher Arm vom Südgrat welcher vom Eigergipfel über die Eigerjöcher (Nördliches Eigerjoch 3614m und Südliches Eigerjoch 3747m) zum Mönch leitet. Südostseitig unter dem Süd- und Mittellegigrat ist die Südostwand unter der sich Geltscher Ischmeer befindet. Seit Ende 2001 gehört der Eiger zum Gebiet des UNESCO-Weltnaturerbes Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn.

Die Erstbesteigung des Eigers gelang am 11.8.1858 den Grindelwaldner Bergführer Christian Almer und Peter Bohren zusammen mit dem irischen Gast Charles Barrington über die Westflanke. Weitere Meilensteine am Eiger waren:
- 14.7.1871: Südwestgrat durch William Coolidge (GB) mit Christian Almer und weiteren Führer.
- 31.7.1876: Südgrat durch George Foster (GB) und den Führern Hans Baumann und Ulrich Rubi.
- 10.9.1921: Mittellegigrat durch den Japaner 槇 有恒 (Maki Yūkō) mit den Führern Fritz Amatter, Fritz Steuri und Samuel Brawand.
- 1932: Nordostwand (östliche Nordwand) durch Hans Lauper, Alfred Zürcher mit Führern.
- 1937: Südostwand durch Otto Eidenschink (D) und Ernst Möller (D).
- 21.-24.7.1938: Die klassische Nordwand durch Anderl Heckmair (D), Ludwig Vörg (D), Fritz Kasparek (A) und Heinrich Harrer (A).

Die heute gebräuchlichen Anstieg auf den Eiger sind:
- Westflanke (Normalweg): Schwierigkeit ZS; Fels bis III und Firn/Eis bis 45°.
- Mittelllegigrat: Schwierigkeit S-; Fels bis IV-.
- Südgrat: Schwierigkeit ZS; Fels III.
- Südwestgrat: Schwierigkeit ZS; Fels III.
- Südostwand: Schwierigkeit SS.
- Westgrat: Schwierigkeit AS; Fels VI.
- Klassische Nordwand: Schwierigkeit AS; Fels V; und Eis bis 80°.

Unterkünfte für Bergsteiger sind:
- Station Eigergletscher (2320m): Hotel mit Zimmer; für westliche Anstiegswege.
- Berglihütte (3299m): Südgrat, Südostwand.
- Mittellegihütte (3355m): Auf dem Mittellegigrat.
- Eiger-Ostegghütte (2317m): Für gesammten Nordostgrat.
- Hotel Kleine Scheidegg (2061m): Ausgangsort für die Eigernordwand.

Der östliche Ausläufer des bekannten Berner Dreigestirns wandelt sich immer mehr zum alpinen Sportklettereldorado. Nachdem die Erstbegeher die Nordwand noch mit Sechszacken und Nagelschuhen begingen, sieht man heute die Felsakrobaten mit "Ballerinas" die Nordwand, beziehungsweise deren westlicher Teil, hochtanzen. Kurze Zustiege, guter Alpenkalk und eine grandiose Ambience: Touren wie “Deep Blue Sea“ und “Chant de signe“ sind Klassiker für den extremen Sportkletterer. Mit “Paciencia“ (zu deutsch: Geduld) bereicherten Ueli Steck und Stephan Siegrist die Eigernordwand mit der zur Zeit schwierigsten Sportkletterroute. Im August 2008 gelang Ueli Steck der Rotpunktdurchstieg.
Nr. 9 vom 08.08.2015
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Daniel Marbacher, Tom*, Stefan (digvis GmbH), Sputnik, Filidor Verlag