TourenFührer - Gipfel

Helene Camenzind

Gipfel: Rheinwaldhorn/Adula, 3402 m.ü.M.

Rheinwaldhorn/Adula
3402 m.ü.M.
CH - Graubünden
722940 | 150410 (Schweiz)
46:29:38:N | 9:2:24:E
Das Rheinwaldhorn, im Tessin Adula genannt, ist mit 3402 Metern der höchste Gipfel der Adula-Alpen. Im zentralen Alpenhauptkamm zwischen dem Lukmanierpass und dem San Bernardino gelegen, dominiert der Berg das Grenzgebiet zwischen Graubünden und Tessin und bildet den Berührungspunkt der italienischen, deutschen und rätoromanischen Sprache im Alpenraum. Das Rheinwaldhorn richtet sternförmig vier grosse Täler in die Haupthimmelsrichtungen und bildet eines der Hauptquellgebiete von Rhein und Ticino.
Der pultförmig von Nord nach Süd ansteigende Gebirgsstock kulminiert dabei in einem pyramidenförmigen Schnee- und Firngipfel.
Insbesondere gegen Norden, aus der bündnerischen Länta (Vals), prägt das Rheinwaldhorn mit einem umfassenden Gletschermantel das Landschaftsbild.
Ebenso eindrucksvoll aber völlig eisfrei präsentiert sich der Berg nach Süden, wo eine steile Wand in das obere Val Malvaglia abbricht.
Deutlich zamer, in höheren Lagen aber ebenfalls mit Firn und Eis bepackt, präsentieren sich die West- und Ostflanke des Berges.
Im Sommer wie Winter bieten die  Länta Hütte SAC (Vals), Zapport Hütte (Hinterrhein), Capanna Adula (Olivone) und Capanna Quarnei (Malvaglia) ideale Ausgangspunkte für eine leichte bis anspruchsvolle Besteigung. Die Zahl der Routen ist gross, bedingt aber in jedem Falle die vollständige Gletscherausrüstung.
Im Spätwinter und Frühling ist das Rheinwaldhorn ein Skiberg der Extraklasse. Insbesondere die Nord- und Ostseite bietet bis weit in den Frühling lange Abfahrten über weite Firnhänge, die am Beispiel des Läntagletschers bis hinab in die Talsohle reichen.
Das Rheinwaldhorn wurde bereits 1789 von Placidus a Spescha bestiegen. Ob der Ausblick vom Gipfel tatsächlich bis nach Milano reicht ist umstritten und auf Grund des Smogs in der Poebene wohl auch nicht mehr feststellbar.
Geblieben ist dem Berg aber bis heute eines der umfassendsten Panoramen im gesamten Alpenraum.
Nr. 6 vom 17.08.2016
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Meier Thomas, Peter Huber, Helene Camenzind