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Haldensteiner Calanda, 2806 m
Vättis - Gonschrolaboden - Haldensteiner Schaftäli - Südgrat 

Hanspeter Willi (Tourengänger)
Sandro Domeisen, Hanspeter Willi
31.08.2012, 13:14
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Vättis - Gonschrolaboden - Haldensteiner Schaftäli - Südgrat  Alpine Wanderung
LKS 1175 (Vättis), 1:25000
1862 m
5.0 Stunden
map.geo.admin.ch Karten anzeigen
46:53:59:N | 9:28:2:E       754564 | 196302 (Schweiz)
In Vättis überquert man die Tamina und den Görbsbach zu den Weiden im Löser. Leicht südlich davon steigt ein etwas in einer Seitenstrasse versteckter Pfad (Karte konsultieren, Hinweisschild beim Einstieg) im unteren Teil durch Mischwald, höher im Nadelwald entlang der Fallrüfi empor auf den Goschrolaboden (1460 m), einem ehemals herrlichen Waldboden, der leider in letzter Zeit komplett dem Erdboden gleichgemacht wurde.
Der Pfad verläuft in den ersten 100 relativ flachen Höhenmetern hin und herquerend, ist stellenweise kaum ersichtlich, aber gut mit Farbe markiert. Das Gelände wird anschliessend deutlich steiler. Die generell nur schwach ausgeprägte Pfadspur wird nun besser ersichtlich, weist aber kaum mehr Markierungen auf.
Schwierigkeit: T3, sehr steile Pfadspur, anfänglich Markierungen
Zeitbedarf: 1.5 Stunden

Vom Gonschrolaboden führt der Pfad erst noch im Nadelwald, der aber bald in Legföhrenbestände übergeht, ostwärts über Schutt und Schrofen empor zum Punkt 1749. Hier verflacht der Pfad und quert über eine aus den Legföhren gehauene Schneise hinüber ins oberste Eck des Gonschrolatobels.
Schwierigkeit: T3, Pfadspur, vereinzelte Markierungen
Zeitbedarf: 45 Minuten

Man quert den Bachverlauf und steigt direkt jenseits durch Legföhrenbestände über Schrofen und Gras empor ins untere Haldensteiner Schaftäli.
Schwierigkeit: T3, Pfadspur, vereinzelte Markierungen
Zeitbedarf: 30 Minuten

Man durchsteigt schwachen Pfadspuren folgend die Weiden des unteren Haldensteiner Schaftäli und gelangt zur Wandstufe, die dieses vom mittleren Haldensteiner Schaftäli abtrennt. Die Stufe weist in Aufstiegsrichtung gesehen rechts eine steile Schutthalde, links grasdurchsetzte Schrofen auf. Der Aufstieg vollzieht sich hin- und herquerend und von Markierungen geleitet durch die Schrofen.
Schwierigkeit: T4, Schrofen, einige Markierungen
Zeitbedarf: 30 Minuten

Das kesselartige und flache mittlere Haldensteiner Schaftäli wird durch eine markante Wandstufe vom oberen Haldensteiner Schaftäli getrennt. Die Verbindung zwischen beiden stellt ein steiler und nach oben hin zunehmend schmaler Spalt her.
Der Durchstieg benötigt auf wenigen Metern den Einsatz der Hände (Schwierigkeitsgrad I), ist aber im Hochsommer und Herbst problemlos und gut gehbar.
Liegt noch winterlicher Hartschnee (was gerne im Frühsommer bis weit in den Juli hinein der Fall ist), ist auf Grund der Steilheit die Verwendung von Steigeisen unumgänglich. Je nach Höhe des Restschnees können dabei zudem Kletterstellen bis zum III. Schwierigkeitsgrad zu bewältigen sein.
Das obere Haldensteiner Schaftäli wird sodann der Talsohle folgend zum Punkt 2411 direkt nördlich des Tüfels Chilchli, einem verwitternden Zacken aus Öhrlikalk, durchstiegen.
Schwierigkeit: T3, Pfadspur, Schutt, im Spalt Schrofenaufstieg, T4
Zeitbedarf: 30 Minuten

Sind die Verhältnisse im Spalt ungünstig oder hat man keine Steigeisen dabei, kann diese Stelle gegen den Haldensteiner Calanda hin umgangen werden. Man folgt dabei der Wand in weglosem Anstieg, bis diese in einer Höhe von etwa 2400 Metern in Geschröff und Steilgras überstiegen werden kann. Tierspuren führen anschliessend ohne Höhenverlust durch die Geröllflanke zum Übergang Punkt 2411 nördlich des Tüfels Chilchli.
Schwierigkeit: T4, Geröll und Schrofen, weglos
Zeitbedarf: plus 15-20 Minuten

Vom Punkt 2411 folgt man dem Südgrat, wobei die kurze, mit einem grossen Steinmann versehene Wandstufe links (westseitig) in mühsamem Geröll umgangen wird.
Im Plateau oberhalb trifft man auf etwa 2700 Meter Höhe auf die markierte, von der Calandahütte des SAC kommende Pfadspur.
Schwierigkeit: T4, Begehungsspuren
Zeitbedarf: 45 Minuten

Auf dem markierten Pfad von der Calandahütte des SAC her steigt man nun gratentlang vollends zum Gipfel, wobei eine sich entgegenstellende Plattenstufe westseitig umgangen wird.
Schwierigkeit: T3, Markierungen
Zeitbedarf: 20-30 Minuten
Bei guten Tourenbedingungen, wie man sie im Hochsommer und Herbst normalerweise antrifft, ist nebst gutem Schuhwerk keine weitere Ausrüstung notwendig.
Im Frühsommer sind für den Aufstieg vom mittleren ins obere Haldensteiner Schaftäli Steigeisen oder die beschriebene Umgehung notwendig.
Bei erschwerten Verhältnissen wie Nässe, schattseitig gefrorenem Boden, Schneelage oder Vereisung - was gerne, aber nicht ausschliesslich im Frühsommer oder Spätherbst auftritt - passt der vernünftige Berggänger sein Verhalten am Berg den aktuell herrschenden Verhältnissen an.
Keine ÖV-Haltestellen hinterlegt

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