Verhältnisse - Detail

Gipfel: Rauher Kopf, 3101 m.ü.M.

Route: von der Bielerhöhe durchs Ochsental über Wiesbadenerhütte

Doris Dörig

Verhältnisse

05.03.2019
2 Person(en)
Wenige (5-20 Personen)
ja
Ausgezeichnet
Eigentlich war der Piz Buin das Ziel dieser Skitourenreise, da aber über Nacht zu viel Schnee gefallen war, der auch noch stark vom Wind verweht war, entschied sich der Bergführer für eine Alternative.
Am Sonntag Anreise mit dem Auto nach Partenen im Montafon, Fahrt mit dem Vermuntbahn und dem Tunnelbus zur Bielerhöhe. (von 12 bis 13 Uhr ist Mittagspause, da fährt keine Bahn!)
Da der Stausee seit diesem Jahr von den Illwerken als Speichersee benützt wird, ist die Route über den See nicht mehr möglich. Der Weg führt am linken Ufer nach hinten und ist relativ mühsam, weil das Gelände steil abschüssig ist und zahlreiche Schneeschuhläufer die Spur ruiniert hatten.
Nach 1 Stunde ist man hinten angekommen und trifft auf den markierten und präparierten Weg zur Wiesbadener Hütte. Der Weg durch das Ochsental ist sehr weit und flach, man macht kaum Höhenmeter. Dafür hat man bald einen herrlichen Blick auf den Piz Buin und fragt sich, wie die Gletscherbrüche wohl zu überwinden sind.
Die letzten Meter zur Hütte geht es dann noch steil nach oben, bis über den Moränenrand. An der Moräne kann man erkennen, wie mächtig der Gletscher früher gewesen sein muss.
In der Wiesbadener Hütte waren am Sonntag Abend 180 Gäste, aber ich hatte trotzem ein Einzelzimmer gekriegt, was sehr komfortabel war.
Am nächsten Morgen gab es um 6 Uhr Frühstück und bei Tagesanbruch machte ich mich auf den Weg zur Ochsenscharte, welche mir meine Tischnachbarn empfohlen hatten. Mit ein wenig Wehmut sah ich die grossen Gruppen, die sich über die Grüne Kuppe auf den Weg zum Piz Buin machten.
Auf der Ochsenscharte steht man direkt vor der Dreiländerspitze, die zwischen Vorarlberg, Tirol und Graubünden steht. Es gibt noch einen kleinen Gipfel zu besteigen, aber das war wegen dem starken Wind eine wackelige Sache.
Die Abfahrt war herrlich, der Schnee war noch weich genug, obwohl der Wind sehr stark blies.
Am Nachmittag ruhte ich mich auf der Hütte aus, um für den Piz Buin fit zu sein.
Es begann jedoch stark zu schneien und noch stärker zu Winden, so dass mein Bergführer, der am Abend von der Bielerhöhe kam, fast umgeblasen wurde.
Am Dienstag trafen wir uns 6 Uhr zum Frühstück und Edwin Düngeler (Bergführer aus dem Montafon) entschied, dass der Piz Buin mit 30 cm Neuschnee, der zudem noch stark vom Wind verblasen war, nicht machbar wäre.
Beim Aufstieg zum Rauhen Kopf sahen wir jedoch eine Zweier- und eine Dreiergruppe, die es trotzdem wagten. Sie gingen rechts am Eisbruch vorbei, fanden keine Route, gingen wieder zurück und wählten eine neue Route.
Wir waren uns jedoch einig, dass unsere Entscheidung richtig war.
Während dem Aufstieg verzogen die Wolken und als wir auf der Rauhkopfscharte ankamen, war der Himmel tiefblau. Edwin hatte bis hierher eine schöne Spur gezogen, die später noch von zahlreichen Tourengehern genutzt werden sollte.
Wir deponieten die Ski, zogen die Steigeisen an und machten uns auf den Weg zum Gipfel. Zuerst über harten, windgepressten Schnee, dann über kombiniertes Gelände und wieder über steile Schneeflanken. Am Gipfel waren wir ganz alleine und genossen den Ausblick auf den Piz Buin, den Ortler und gesamte Silvrettagruppe.
Für den Abstieg nahm ich den Pickel hervor und war froh, in der steilen Flanke Ankerpunkte setzen zu können.
Zurück auf der Scharte war bereits ein Menschenauflauf, aber wir schafften es, als erste Spuren in den unberührten Tiefschnee zu zeichnen. Edwin fuhr voraus und ich flochte Zöpfe hinter ihm, bis ganz hinunter ins Bieltal. Das war eine der schönsten Tiefschneeabfahrten, die ich je erlebt hatte.
Im Talboden gab es bereits eine Aufstiegsspur, welche wir für die Abfahrt benützen konnten und so in der Fläche schneller vorwärts kamen.
Nach einer kleiner Stärkung auf der Bielerhöhe und der Fahrt mit dem Bus durch den ersten Tunnel, fragte mich der Bergführer, ob ich Lust hätte, noch ein wenig Ski zu fahren.
Wir stiegen aus und fuhren auf der Talabfahrt zurück bis nach Partenen, das war aber nur möglich, weil es frisch geschneit hatte.
Den Piz Buin habe ich noch nicht bestiegen, aber das Silvrettagebiet von seiner schönsten Seite kennengelernt.
Es hat noch meterhoch Schnee, noch bis in den Frühling gut machbar
WETTER-PROGNOSE
Wettervorhersage für Rauher Kopf (Quelle: meteomedia.de)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
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05.03.2019 um 20:53
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