Verhältnisse - Detail

Gipfel: Birkkarspitze, 2750 m.ü.M.

Route: Karwendelhaus - Schlauchkar - Schlauchkarsattel - Birkkarspitze

SektionKangtschengtsönga

Verhältnisse

17.05.2019
2 Person(en)
Sehr wenige (max. 5 Personen)
ja
Gut
Wir sind am Vortag mit dem Plan der Karwendlreibn im Gepäck angereist. Nach der langen und kalten Schlechtwetterperiode mit nun zunehmender Erwärmung wäre das jetzt die kurze Gelegenheit für diesen Karwendelklassiker. Dachten wir! Aktuell kann man mit dem Rad bis ungefähr zur Angeralm fahren, dann beginnen die Schneeflecken und man gelangt bei geschickter Wegführung bis zum Karwendelhaus durchgehend auf Skiern. Allerdings muss man vorher die Räder über einige Lawinenabgänge tragen, die ein Baumchaos auf der Schotterpiste hinterlassen haben. Bis zur Hütte sind es dann gute 17 km vom Parkplatz in Scharnitz weg. Wir haben im geräumigen Winterraum des tief eingeschneiten Karwendelhauses übernachtet und sind am nächsten Tag um 5.30 von der Hütte gestartet. Die Nachttemperatur war einigermassen unter Null, sodass der Schnee durchfroren war. Die ersten Meter am Karwendelhaus, wo es heißt, im steilen Schneehang hochzusteigen (Pickel angenehm) und zwischen der zweiten und dritten Lawinenverbauung nach rechts hinauszuqueren, bringen einen gleich auf Betriebstemperatur. Danach die Querung ins Schlauchkar hinein war mit Ski und Harscheisen gut machbar. Im Schlauchkar dann bei mäßiger Steigung sehr bequem auf dem gefrorenem Schnee nach oben bis vor den langen und steilen Schlusshang, der einen auf das Joch mit dem Notbiwak bringt. In diesem Hang gab es zunächst schweren und gut gesetzten, weiter oben immer leichteren Pulverschnee. Viele Oberflächenrutsche aus den letzten Tagen bedeckten alle Hänge, die man ringsum sah. Wir wollten die Birkkarspitze auf der Reibn mitnehmen und stiegen zu Fuß vom Biwak hinauf. Der ganze Abschnitt bis zum Gipfel war ein einziger Schneehang mit 5 cm hartem Deckel und darunter einigermaßen gesetztem weicheren Schnee. Was im Sommer schätzungsweise 20 min Anstieg bedeutet, hat uns ca. 45 min sehr anstrengende Spurarbeit gekostet. Neben dem grandiosen Gipfelblick in alle Richtungen von Großglockner bis Zugsitze und Stubaiern sahen wir auch die riesigen Schneebretter, die von den Ödkarspitzen nach Süden abgegangen waren und und begruben unseren Plan der Überschreitung im Zuge der Karwendlreibn. Zuviel grundloser Schnee mit zweifelhaftem Charakter! Im Augenblick und auch für die nächsten Tage keine gute Idee! Die Abfahrt durchs Schlauchkar war dann mittelprächtig. Vom Biwak weg noch sehr schöner Pulver, der dann zunehmend einen Deckel bekam und weiter unten in Weichschnee überging, der, je weiter man nach unten kam, immer schwerer und anstrengender wurde.
Obere Hälfte
Pulverschnee
Untere Hälfte
Nasschnee
Hmm. Die Reibn ist die nächste Zeit nicht empfehlenswert, wahrscheinlich in dieser Saison überhaupt nicht mehr. Nur die Birkkarspitze geht vielleicht noch länger (mit Skiern), aber nur sehr zeitig (wir waren um 9 Uhr auf dem Gipfel und die Einzigen).
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18.05.2019 um 23:49
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