Verhältnisse - Detail

Gipfel: Walserkamm, 2001 m.ü.M.

Route: Überschreitung West - Ost von Übersaxen nach Damüls

Günter Joos (Gringo)

Verhältnisse

02.11.2019
1 Person(en)
ja
Gut
Obwohl ich die Tour mit Start und Ende in Innerlaterns unternommen habe, möchte ich nur deswegen kein neues Fass aufmachen und habe eine bereits hinterlegte Routenbeschreibung aus dem Gipfelbuch übernommen. Nur soviel dazu: wer auf dem Furkajoch ankommt, wird dort einen Wegweiser vorfinden, der sowohl für Damüls, als auch fpr Innerlaterns Gehezeiten von 1 3/4 Std suggeriert. Das mag auf Damüls passen, bis Innerlaterns sind aber etwa 3 Std zu veranschlagen. Mit der angegebenen Wegzeit kommt man allenfalls bis Bad Laterns, und von dort aus gibt es keinen Busanschluß. Einen solchen findet man frühestens in Innerlaterns.

Vor dem Abstieg vom Serajöchle zum Furkajoch können mit Serer Falben (auch Serer Spitz) und Pfrondhorn zwei weitere Gipfel bestiegen werden, die ebenfalls zum Walserkamm gehören. Da ich diese beiden noch mit ins Programm genommen habe, kam ich insgesamt auf 13 Gipfel.

Die Pfade waren allesamt feucht, aber dennoch nicht so nass, als dass sie von einem erfahrenen, absolut trittsicheren Begeher nicht mehr machbar gewesen wären. Die Aufstiege waren problemlos, die Abstiege erforderten jedoch ein hohes Maß an Konzentration und Behutsamkeit. Ich bin auf eine Gesamt-Nettogehzeit von etwa 12-13 Std. gekommen, davon gingen 2 1/2 Std. für den Abstieg vom Furkajoch nach Innerlaterns drauf. Möglicherweise kann die Tour während der langen Tage des Hochsommers mit vorherigem Fahrrad- oder PKW-Depot am Furkajoch als Tagestour gegangen werden, bzw. die Gehzeit bei trockenen Verhältnissen und mit Tagesgepäck um 1-2 Std. gekürzt werden. Genussvoller ist so oder so die 2-Tages-Version mit Zwischenübernachtung auf der Gaßneralpe (Gasthof Kreuz). Da ich dort telefonisch vorab niemanden erreichen konnte, entschloss ich mich kurzerhand zu einer Biwaktour. Der Boden unter dem Bärenjoch (auch Niederjöchle, 1765 m) eignete sich hervorragend dazu - flache Wiesenstücke, sowie gleich mehrere Quellbäche, die auch Wasser führten. À propos Wasser: derzeit hat es um den Kamm herum noch viel Wasser, sowohl in Bächen, als auch bei den Alphütten. Selbstverständlich gibt es kein Wasser direkt auf dem Grat.

Der Föhn zauberte am Freitag eine prachtvolle Inversionslage (siehe Fotos). Am Samstag zeigten sich auch die Täler wolkenfrei. Am Freitagabend begann es leicht zu regnen. Es gelang mir gerade noch, mein Zelt aufzustellen, bevor die Niederschläge stärker wurden. Die Nacht über schauerte es immer wieder. Der Samstag Morgen zeigte sich zunächst noch leicht schaueranfällig, jedoch mit glücklicherweise geringer Ausbeute, sodass ich die Tour fortsetzen konnte. Im Laufe des Tages ließ sich zeitenweise sogar die Sonne blicken und es blieb trocken.

Nur am Rappenköpfle und auf dem Hochgerach traf ich weitere Personen, danach gings hinaus in großartige Bergeinsamkeit. Keine weitere Menschenseele traf ich mehr, dafür waren viele Gemsen unterwegs. Am Bärenjöchle, diesseits und jenseits der Scharte, sichtete ich gleich zwei Herden mit zig Tieren.
Bei den kurzen Tagen dauern Biwak-Zeltnächte sehr lang. Habe lange nicht mehr so viel Zeit am Stück im Liegen verbracht ;-).

Die komplette Begehung des Walserkammes ist meiner Meinung nach eine der grandiosesten Unternehmungen, die im Bereich Großes Walsertal/Bregenzerwald machbar sind.
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03.11.2019 um 21:39
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