Verhältnisse - Detail

Gipfel: Salbitschijen, 2981 m.ü.M.

Route: Westgrat

cno

Verhältnisse

25.08.2020
2 Person(en)
Sehr wenige (max. 5 Personen)
ja
Ausgezeichnet
Perfekter Bedingungen am Westgrat. Fels trocken, angenehme Temperaturen, wenig Leute. Es hatte auch nur keinen bis wenig Wind, trotz der teils extremen Vorhersagen (meteoschweiz zb 75kmh in 3000m Höhe!). Der Abstieg ist komplett aper, d.h. ohne Schneekontakt, und gut zu gehen. Es sind nach uns noch zwei andere Seilschaften eingestiegen (eine von der Hütte und eine vom Biwak).
Im Moment noch gut 14h Sonnenlicht pro Tag - die Saison ist bald zu Ende, ausser man ist sehr schnell (und sich dessen sehr sicher).
WETTER-PROGNOSE
Wettervorhersage für Salbitschijen (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
Material:
- 50m Einfachseil & 50m Rap Line
- Set Cams 0.3-3
- 10-12 Exen (teilw verlängerbar)
- 3-4 120cm Schlingen
- 3 T-Bloc

Turm 1:
Start um 4:30 von der Salbithütte und um 5:45 mit der Kletterei. Die erste SL haben wir im Licht der Stirnlampen gemacht, ab ca 6:15 war es hell genug ohne. Wir kannten die Kletterei am 1. Turm schon, was natürlich enorm geholfen hat. Ab SL 3 in 2 Blöcken simultan bis zum Gipfel des 1. Turms geklettert (2-3 T-Bloc waren nützlich). Dort waren wir nach ca 2h.

Turm 2:
Habe den 3er Cam im Offwidth (L2) so lange aufgespart, bis ich ihn nicht mehr brauchte - geht also auch ohne ;-) Es hat auch 1-2 Haken dort. Am Top von Turm 2 waren wir nach insgesamt 4h30. Achtung, beim 2. Abseiler (50m) hatten wir einen üblen Seilverhänger, der uns sicher eine halbe Stunde gekostet hat. Beim Abziehen darauf achten, dass das Seil nicht in die Scharte nach links fällt. Bei Wind ist das evtl schwierig bis unmöglich. Wenn es sich dort verhängt kann man links herum recht gut raufklettern, das Seil lösen, und sich vom Schlingenstand mit Karabiner dort ablassen.

Turm 3:
Fiese Einzelstelle in der "6a+" Länge, sonst eher leichte Kletterei. Am Top nach insgesamt ca 6h.

Turm 4:
Sehr interessante Kletterei an diesem Turm. In der 6b hilft ein (etwas schmerzhafter aber sicherer) Fingerjam für die rechte Hand. Oder der Griff zum Haken :-) Die Kaminlänge danach (5c) klettert sich am Einfachsten piazzend ausserhalb des Kamins. Top von Turm 4 nach insgesamt 8h. Beim Abseilen ins "Hotel Salbit" kann man ein Directional (Schlinge mit Karabiner) einhängen, dann kommt man bequem zum grossen Band runter. Aber Achtung: falls man wie wir mit einer rap line unterwegs ist, sollte der Zweite das Directional nicht einhängen. Sonst gibt es unendlich viel Seilzug beim Abziehen! Hier haben wir nochmal 20min (und viel Schweiss) gelassen um mit vollem Einsatz des Körpergewichts und T-Blocs das Seil abzuziehen. You live and learn.

Turm 5:
Der Anfang besteht laut Topo aus 3x4c SL mit Schlingenständen. Etwas unübersichtlich, wir haben es in 2 Blocks und etwas simultan klettern gemacht. Die anschliessende 5c+ Länge mit der Plattentraverse am Anfang ist etwas expo, aber man bekommt schnell wieder gute Griffe in die Hand. Allerdings finde ich es teilweise sehr unlogisch, wo die BH gesetzt wurden. Sehr häufig sind diese direkt neben perfekt abzusichernden Rissen und völlig unnötig. Und dann gibt es Stellen wie diese, wo ein BH echt nützlich wäre aber nicht existiert... Am Top von Turm 5 waren wir nach insgesamt 10h.

Gipfelwand:
Beim Pendelquergang (1. SL) nicht zu weit ablassen - man muss den ersten, etwas plattigen Riss weiter rechts ansteuern. Im Stand hängt eine ca 5m Reepschnur, an der der Nachsteiger sicht herunterhangeln kann. Ich habe den 2. Piton im Riss geklippt (der erste ist eh verbeult und liesse sich nicht klippen). So konnte konnte mein Nachsteiger vom unteren Ende der Reepschnur gerade noch rüberpendeln. Der Riss ist etwas unangenehm zu klettern und eher 5c als 4c. Nach der berühmten Bohrhakenleiter (weeeeite Abstände, Trittschlinge teilweise ratsam) und der genialen 6a Kante darüber, sowie zwei sehr schönen leichteren SL waren wir dann endlich am Gipfel. Zeit: 12h.

Nach der obligatorischen Besteigung der Gipfelnadel und einem schnellen Abstieg (1h15) waren wir um kurz vor 8 wieder bei der Hütte. Dort noch kurz etwas gegessen und dann ab nach Hause. Was für ein Tag!
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26.08.2020 um 10:15
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