Verhältnisse - Detail

Gipfel: Hoher Ochsenkopf, 1055 m.ü.M.

Route: Beckerrunde

Günter Joos

Verhältnisse

01.11.2020
1 Person(en)
Sehr wenige (max. 5 Personen)
ja
Gut
Der Hohe Ochsenkopf befindet etwa sechs Kilometer nordöstlich der Hornisgrinde (1163 m) dem höchsten Berg des Nordschwarzwaldes. Ähnlich wie die drei Kilometer nördlich gelegene Badener Höhe ist er Teil eines östlichen Ausläufers am Hauptkamm des nördlichen Schwarzwalds, welcher zwischen der Rheinebene und dem Murgtal verläuft. Dieser Ausläufer wird von zwei westlichen Seitentälern der Murg begrenzt, dem Tal des Hundsbachs mit dem Forbacher Ortsteil Hundsbach im Süden und dem Schwarzenbachtal mit dem Ortsteil Herrenwies im Norden und der Schwarzenbachtalsperre im Nordosten. Der Hohe Ochsenkopf ist im Süden über den Kegelplatz, einen 977 m hohen Sattel, mit dem Mittleren Ochsenkopf (1004,9 m) verbunden, an den sich weiter südlich der 964 m hohe Vordere Ochsenkopf als Ausläufer anschließt und weiter östlich der Nägeliskopf (994 m). Im Nordwesten verbindet der 948 m hohe Sattel Dreikohlplatten den Hohen Ochsenkopf mit dem Mehliskopf (1008 m).

Die flache und ehemals abgeholzte Bergkuppe, eine damals typische Grinde des Nordschwarzwalds, wurde in vergangenen Jahrhunderten als Weide genutzt. Der Wald eroberte die Fläche nach dem Ende der Beweidung zurück. Im Jahr 1970 wurde auf der Bergkuppe ein 41,1 ha großer Bannwald ausgewiesen, der 1975 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. 1986 wurde zum Schutz des Auerwildes zudem ein 600 ha großes Vogelschutzgebiet um den Hohen Ochsenkopf ausgewiesen, im Jahr 2000 der Bannwald auf 100,7 ha erweitert und durch den ihn umgebenden, 427 ha großen Schonwald Nägeliskopf ergänzt. Das Naturschutzgebiet und der Bannwald sind im Jahr 2014 in den Nationalpark Schwarzwald aufgegangen.

Auf dem Gipfel stand ab 1902 ein sieben Meter hoher, hölzerner Aussichtsturm, der 1927 von einem 12 m hohen steinernen Turm abgelöst wurde. Nach einem Blitzeinschlag erfolgte 1971 die Sprengung durch das Technische Hilfswerk. Noch heute sind Trümmerreste in Form von Steinblöcken zu sehen.

Um den Hohen Ochsenkopf herum führt als Rundweg der „Beckerweg“. Benannt ist der Weg nach Daniel Becker aus Frankfurt am Main, der vor mehr als 100 Jahren im ehemaligen Kurhaus Hundseck weilte und die Gegend um den Hohen Ochsenkopf herum erkundete.

Der Gipfel des Hohen Ochsenkopfs kann mittels eines Pfades überschritten werden, welcher seinen Anfang auf der Westseite des Beckerweges nimmt und diesen auf dessen Ostseite wieder trifft.

Verhältnisse: extrem nass und matschig, insbesondere die Gipfelroute war rutschig und hatte sich in einen Bergbach verwandelt. Ganztags regnerisch, überwiegend Sprühregen, teils kräftig, mit gelegentlichen Unterbrechungen. Moderate Temperaturen gegen 10 Grad, später auch kräftiger Wind.

Wider Erwarten traf ich auf dem Beckerweg tatsächlich einen Wanderer. Ansonsten vermittelt die bizarre, nordisch anmutende Wald- und Heidelandschaft das Gefühl, wenn dann schon mal die sehr unwahrscheinliche Begegnung mit dem inzwischen im Nordschwarzwald wieder heimisch gewordenen Wolf stattfinden soll, dann wohl hier, in den wilden Bannwäldern des Hohen Ochsenkopfes ;-)!
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01.11.2020 um 21:38
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