Verhältnisse - Detail

Gipfel: Pizzo Redorta, 3038 m.ü.M.

Route: ab Agneda

Günter Joos

Verhältnisse

20.06.2022
2 Person(en)
Sehr wenige (max. 5 Personen)
ja
Gut
Wir bestiegen den Pizzo Redorta am 16.06.2022.

Der Pizzo Redorta streitet mit der Punta di Scaís um die Stellung des zweithöchsten Gipfels der Bergamasker Alpen. Im deutschsprachigen Führer von Maria Oberndörfer von 1994 werden beide Berge mit 3039 m als gleich hoch angegeben. Diverse Interneteinträge machen die Scaís mit 3039 m um einen Meter höher, als die Redorta. Die Kompasskarte weist für den Redorta 3038 m, für die Scaís hingegen nur 3033 m aus.

Die Kompasskarte taugt allein schon wegen des Maßstabes 1:50.000 zum Bergsteigen nur bedingt. Trotz des Auflagejahres 2022 ist sie zudem fast schon fatal fehlerhaft:
1. Beim Kraftwerk Vedello (1044 m) ist ein nicht existenter Parkplatz ausgewiesen, wohingegen der Parkplatz bei Agneda in der Karte fehlt (ärgerlich, aber nicht wirklich fatal)
2. fatal hingegen: Wege, Pfade, oder ähnliches von der Mambrettihütte aus sowohl in die Bocchetta di Scaís, als auch der Übergang nördlich der Cima di Caronno sind nicht mehr existent. Es gibt dort nicht einmal mehr Steinmännchen. Ein Übergang auf dem in der Kompasskarte gepünktelt eingezeichneten "Weg" hinüber zum Cortibiwak ist aufgrund des Gletscherrückgangs nicht mehr möglich, oder zumindest äußerst heikel.

Verhältnisse: Die Crux der Tour war das Couloir, welches zur Bocchetta di Scaís hinaufführt. Die Rinne war nahezu schneefrei und infolge höchst steinschlaggefährlich und von haarsträubender Brüchigkeit. Glücklicherweise waren außer uns nur noch drei Italiener am Berg unterwegs, mit denen wir bezüglich des Couloirs durch Zuruf kommunizieren konnten.

Zu Beginn haben wir uns einen Verhauer geleistet, indem wir das in Aufstiegsrichtung linke Couloir hinaufgestiegen sind. Siehe auch mein Hinweis in der Routenbeschreibung.

Angeblich sollte es bereits zum frühen Nachmittag hin gewittrig werden. Dies blieb jedoch den ganzen Tag über aus, weshalb uns noch genügend Zeit blieb, die Korrektur unseres Verhauers vorzunehmen, den Gipfel zu erreichen und bei immer noch fantastischem Wetter ins Tal zurückzukehren.

Die Verhältnisbewertung "gut" kann derzeit nur dann gelten, wenn sich nur wenige, am besten gar keine weiteren Bergsteigerpartien am Berg befinden. Das ausgeaperte Couloir verträgt wirklich keine Menschenansammlungen!
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20.06.2022 um 21:38
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