Verhältnisse - Detail

Gipfel: Cerro Aconcagua, 6963 m.ü.M.

Route: Unbeschriebene Route

Günter Joos (Gringo)

Verhältnisse

14.01.2010
1 Person(en)
ja
Laut den einheimischen Bergfuehrern herrschen am Aconcagua in dieser Saison die schlechtesten Bedingungen seit Langem! Es ist dringend angeraten, genuegend Zeit mitzubringen, um ein guenstiges Wetterfenster ausnuetzen zu koennen. Da viele Veranstalter den Gipfeltag auf ein fixes Datum mit einem, hoechstens zwei Reservetagen festlegen, wuerde ich persoenlich die zwar muehevollere, aber interessantere, preisguenstigere und unabhaengigere Variante der Individualbesteigung empfehlen. Vor Ort werden sowohl Maultiertransporte ins Basislager, Essen in Vollpension sowohl in Confluencia, als auch in Plaza de Mulas, ja sogar Traegerdienste in die Hochlager, angeboten. Selbstverstaendlich bieten die einheimischen Agenturen auch Pauschalpakete an.
Ich habe die gesamte Tour im Alpinstil getaetigt, d.h. einen etwa 30 Kilo schweren Rucksack in zwei Tagesetappen ins Basislager getragen und da ich mit nur einem Zelt unterwegs war, bin ich jedesmal bei Wechsel in eines der beiden Hochlager mit fast dem ganzen Krust umgezogen. Ein dritter Umzug vom Nido de Condores aus in eines der noch hoeher gelegenen Lager Berlin oder Colera macht meiner Ansicht nach zumindest beim Alpinstil keinen Sinn. Die Differenz der Gehzeit zwischen Nido und Berlin betraegt im Uebrigen nur anderthalb Stunden!
Ich muss allerdings noch ein paar Erleichterungen eingestehen, die ich in Anspruch genommen habe: fuer 12 bis 15 oder mehr Tage im Alleingang Lebensmittel mitzufuehren, halte ich fuer unmoeglich. Man entscheidet sich dann entweder fuer den Maultiertransport bis ins Basislager, oder aber, so wie ich es gemacht habe, dafuer, sich in Confluencia und in Plaza de Mulas bei den dort ansaessigen Agenturen in die Verpflegung einzukaufen. Desweiteren habe ich im Basislager ein Depot fuer die in den Hochlagern und beim Gipfelgang unnoetigen Dinge angelegt.
Vermutlich existiert kein weiterer Berg mit vergleichbarer Hoehe mehr auf dieser Welt, den man im Alleingang auf einer technisch problemlosen, gletscherfreien Route besteigen kann.
Genuegend Geld mitnehmen - dort oben wird in harten Dollars abgerechnet, Kreditkartenzahlung moeglich.
Am Berg selber kommt man sprachlich ohne Weiteres mit englisch zurecht. Wer jedoch zusaetzlich noch spanisch kann, dem oeffnen sich noch ganz andere Tueren ;-)! Ich habe das Basislager Plaza de Mulas uebrigens als riesige Community erlebt, in der Jeder mit Jedem kommuniziert, tolle Kontakte, und auch viel Spass :-))
Zu diesem Eintrag wurden 0 Fragen / Kommentare verfasst,
 
Du bist nicht eingeloggt. Diese Funktion steht nur für eingeloggte Benutzer zur Verfügung.
18.01.2010 um 00:35
707 mal angezeigt