Verhältnisse - Detail

Gipfel: Hochglückscharte, 2387 m.ü.M.

Route: Unbeschriebene Route

Holger Schulze

Verhältnisse

16.02.2010
1 Person(en)
ja
Nachdem ich gestern bis abends 11 Uhr an einem Problem bei objektorientierter Programmierung gearbeite hatte und dann endlich eine Lösung gefunden hatte, konnte ich heute etwas erleichtert und ohne, daß das Problem im Kopf schwirrt eine größere Skitour gehen. Gamsjoch und Talelespitze standen mit zur Wahl, aber wieder einmal entschied ich mich für die Hochglückscharte - nördlich ausgerichtet und ohne Walddurchfahrt.
Vom Alpengasthof ging es in die Eng hinter - herrlich die Bergwelt und die Ruhe. Ab der Eng war natürlich Spuren angesagt. Der untere Hang und die Querung waren problemlos - 30cm Pulver. Nach der Querung legt sich das Gelände etwas zurück und es folgen einzelne kleinere Steilstufen. Die hatten es aber in sich. Dort ist nämlich die Kante vom oberen Kar ins Tal runter und hier arbeitet der Wind sehr viel. So wechselten Pulverabschnitte mit Abschnitten, die eine windgepresste Oberfläche hatten (Stärke der Windpressung meist 2 - 15cm aber manchmal auch mehr). Und diese Flächen sind sehr störanfällig. Meist reicht es schon den Skistock in die Fläche zu rammen, um oberhalb einen Anriß zu provozieren (siehe Foto, war ungefähr 3m x 3m). Die Steilstufen sind zwar nur kurz, aber man muß nichts provozieren. Allerdings gibt es auch Hänge von 50m Länge. Jedenfalls die nächsten 150-200Hm musste ich sehr genau auf die Spurwahl achten (wenn keine sichere Spur möglich gewesen wär, wäre ich umgedreht).
Danach hatte der Wind wieder weniger Einfluß und es gab keine windgepressten Flächen mehr.
So ging es bis unterhalb der Hochglückscharte. Dort noch einmal eine kurze Kontrolle des Schneeprofiles, aber obwohl der Hang steiler war, war er sehr gut aufgebaut. Das Hochspuren war dann auch nicht problematisch und ich bin dann sogar bis in die Scharte aufgestiegen. Dort sah man die Südstaulage.
Abfahrt aus der Scharte, ok die ersten Meter etwas wenig Platz zum Schwingen, aber unten ein Traum. Deshalb noch zweimal aufgestiegen und abgefahren. Die weiteren Hänge auch sehr schön zu fahren. In der kritischen Zone dann strikt an die Aufstiegsspur gehalten. Zum Glück die Route genau eingeprägt, weil die Spur schon wieder zugeweht war. Unten wieder traumhafter Schnee zum Schwingen.
Wieder eine Traumtour in traumhafter Umgebung. Aber die ersten Hänge nach der Querung müssen sehr kritisch angegangen werden (besonders auch in der Abfahrt). Man sieht, daß punktuell die Lawinenlage als sehr kritisch einzuschätzen ist. Egal ob Spuren von Anderen oder Tieren drin sind, oder der Hang nicht so steil ist- einfach das eigene Gehirn einschalten und auch mal die Schneedecke analysieren.

Immer wieder ein tolle Tour, wo man nicht weit fahren muß.
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17.02.2010 um 10:09
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