Verhältnisse - Detail

Gipfel: Galtjoch, 2109 m.ü.M.

Route: Unbeschriebene Route

Snow*Wolf

Verhältnisse

27.02.2010
1 Person(en)
ja
Ein Föhnsturm liegt über den Alpen. Es herrschen ungünstige Tourenbedingungen. Die Schneeoberfläche ist vielerorts gequält und von Windharsch gezeichnet. Das ich heute, bei diesen Verhältnissen, die perfekte Skitour gefunden habe, macht mich fast ein bischen stolz. Vielleicht war es aber auch nur mehr Glück als Verstand. Wie dem auch sei, es gibt GOLD ! Erst zum zweiten Mal in diesem Winter. GOLD für das Galtjoch, das gar kein Joch, sondern ein prächtiger Skigipfel mit stattlichem Gipfelkreuz ist. Die Anreise erfolgt über Imst und den Fernpass oder durch das Lechtal nach Rinnen, einem kleinen Weiler westlich von Berwang. Ausgangspunkt ist der Ortsteil Rauth im Talboden, der auch mit dem PKW erreichbar ist. Parkmöglichkeit im Bereich des ARA Gebäudes. Man wandert zunächst dem Forstweg folgend, östlich der Rotlech, flussaufwärts. Bald überquert man den Bach auf einer Brücke und wandert durch den Wald zur Rotbach Alpe. Recht abenteuerlich geht’s weiter, in teils dichten und steilen Waldbereichen, zur Ehenbichler Alm. Die Hütte ist bewitschaftet und liegt in herrlich sonniger Lage hoch über dem Tal. Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis sich die fantastischen, besonders skifreundlichen Osthänge des Galtjochs vor mir präsentieren. Unter der Abendspitze vorbei geht es über den breiten Ostrücken wunderschön zum Gipfel hinauf. Die Rast am höchsten Punkt findet ausgedehnt und in netter Gesellschaft statt. Sonne pur, kaum Wind, da möchte man bleiben. Irgendwann locken die makellos weissen Hänge und rufen zur Abfahrt. Durch die hohe Frequenz der Tour, die harte Unterlage und etwas Neuschnee von gestern ist eine tolle Pulverschneepiste entstanden. Unglaublich, einfach hammergeil zum abrocken. Es folgt der obere Waldabschnitt. Hier geht’s, ähnlich einer harten Bobbahn, durch wilde Schickanen talwärts. Fun hat nur, wer seine Bretter beherrscht. Dann machts aber urig Spass. Schliesslich gibt’s noch Sahne im Kaffee. Der erste Firn des Winters. Die unteren Abfahrtsbereiche sind bereits aufgeweicht. Mann oh Meter, da häng ich mich in die Kurven. Das gibt’s ja gar nicht. Ich rufe nur noch Gold, Gold, Gold ! Heute habe ich mir selbst bewiesen, wer Ideen verwirklicht, hat mehr vom Leben.
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27.02.2010 um 21:28
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