Verhältnisse - Detail

Gipfel: Piz Surparé, 3078 m.ü.M.

Route: Unbeschriebene Route

Snow*Wolf

Verhältnisse

02.04.2010
4 Person(en)
ja
Lange musste er auf unseren Besuch warten. Etliche Jahre haben wir ihn vor uns hergeschoben. Heute hat’s endlich geklappt. Der Piz Surparé ist ein prächtiger Skigipfel zwischen Juf im Avers und Bivio am Julier. Zu Unrecht wird er seltener besucht als sein Nachbar, der Piz Scalotta. Ob der Scalotta heute dem Karfreitagsansturm gewachsen war, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Wir starten in Bivio. Auf der Hochfläche von Planq Tguils lassen wir die Herden, die alle Richtung Piz Scalotta stieren, hinter uns. Eine Spur zieht links weg und über einen steileren Osthang gelangen wir in einigen Spitzkehren unter die Ostschulter des Piz Surparé. Wir befinden uns jetzt, im Gegensatz zur in der Karte eingezeichneten Route 422a, nördlich von Punkt 2586. Das ist nicht weiter problematisch, denn von hier aus kann man ohne Schwierigkeiten in den Südhängen zur Originalroute hinüberqueren. Nicht nur all die bunten Tatzelwürmer sondern auch die Skispur ist uns plötzlich abhanden gekommen und so haben wir das Vergnügen, unsere eigene Linie in die blendend weissen Powderhänge zu ziehen. Für Herbert ist das willkommenes Krafttraining. Das herrliche Wetter, die einladenden Pulverschneemulden und unsere gut angelegte Spur motivieren noch weitere Tourengeher uns zu folgen. Nicht alle haben aber die Power, unser alpines Gipfelfinale mitzumachen. Der letzte steile Hang, der in der Südostscharte unterhalb des höchsten Punktes ausläuft, ist heute mit Triebschnee gefüllt und bei erheblicher Lawinengefahr kritisch zu beurteilen. Wir weichen daher bald in die felsdurchsetzte, schneearme Südflanke aus und steigen zu Fuss in direkter Linie zum Gipfel auf. Eine fantastische Route, die richtig Spass macht und technisch kaum Schwierigkeiten bereitet. Steigeisen können aber, je nach Verhältnissen, vorteilhaft sein. Die letzten Meter muss man noch ein bischen klettern und dann stehen wir oben, am Gipfel des Piz Surparé. Überglücklich lassen wir die Blicke schweifen. Hinüber zum nahen Piz Platta, der sich sehr eindrucksvoll und mächtig präsentiert. Hinaus in die Bernina, ins Bergell und zu vielen tausend Gipfeln, für deren Besteigung hundert Leben nicht ausreichen würden. Beim Abtanzen durch die prachtvollen Tiefschneemulden wird uns die unermessliche Schönheit des Winters wieder bewusst. Teilnehmer: Snow*Wolf, Kecki und Kasalis.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
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03.04.2010 um 14:24
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