Verhältnisse - Detail

Gipfel: Bächenstock 3011m & Zwächten 3080m

Route: Unbeschriebene Route

Bombo

Verhältnisse

10.04.2010
2 Person(en)
ja
Schnee / Fels: Färnigenwald ein "Disaster" - Schnee, Steine und Wurzeln wechseln sich von Anfang bis Ende regelmässig ab - klares "No Go" (evtl. ist der Hüttenweg von P.1613 in einer besseren Qualität). Anschliessend sehr gute und genügend Schnee. Steilstufe vor und nach Sewenstöss mit dem harten Bruchharsch heikel - unbedingt Harscheisen einpacken!. Fussaufstieg Bächenstock im ersten Couloir problemlos, ausgesetzte Traverse wurde nicht gemacht, sondern direkt hoch über die Felsen (II). Weiterer Fussaufstieg "nicht ohne" jedoch ohne grössere Probleme (gute und genügend Griffmöglichkeiten). Steiler Abstieg, fast vom Gipfel in vertikaler Linie, auf das Schneefeld westlich des Gipfels. Hin und wieder heikel, vorallem weil der Schnee sehr locker auf den Felsen liegt. Unbedingt Steigeisen & Pickel mitnehmen! Traverse mehr oder weniger problemlos (aber zeitintensiv). Ein "Solist" vor uns, welcher auch die Spur gelegt hatte, hat auf den Seitenwechsel verzichtet und blieb bis zum Sattel bei P.2913 auf der westlichen Seite - wir wechselten bei der tiefsten Stelle auf den Firn hinunter (siehe "Achtung" bei besonderes!!!). Firnaufstieg schon sehr sonnig und schwer, ging gerade noch, aber später hätte es nicht sein sollen. Aufstieg Zwächten problemlos. Wechsel auf Glattfirn und Glattfirn selber problemlos. Traverse vom Spannortjoch zum P. 2912 sehr heikel (wegen hartem Bruchharsch) - viel besser und viel einfacher, wenn direkt auf die Ebene hinunter gefahren wird (vorsicht, dort hatte es im Januar noch offene Spalten...). Gegenaufstieg problemlos, so auch die Abfahrt auf dem Rossfirn. Wegen der latenten Lawinengefahr Verzicht auf die Rossplangg - schweres Geschütz von oben!!, deshalb der Aufstiegsspur entlang sehr ruppig, schwer ("Wasserskifahren") und unschön nach Wyssgand. Wegen des mittlerweilen sehr schweren Schnees, welcher keine gescheite Unterlage mehr bot, immer wieder stöckelnd durch das Chlialptal bis zur Brücke. Dann auf der schnee(pflotsch)bedeckten Passstrasse bis Wegweiser Gorezmettlen, wo die beiden Damen wieder Kafi Güx, Minereal und feine Süssigkeiten verkaufen. PERFEKTER Abschluss - davon sollte es mehr geben!
Gesehen und gehört nichts (evtl. einmal von weit weg, evtl. Titlis), jedoch ab Nachmittag klar "erheblich" - die vielen Schneebretter im Chlialptal waren der Beweis dafür...
Momentan OK-Bedingungen, jedoch weist die Tour aktuell einige Tücken auf (Bächenstock-Traverse, Chli Spannort-Traverse, Chlialptal). Ich würde eher auf nordseitige Abfahrten (z.B. Stucklistock, Rorspitzli) zählen - denke, Bächenstock neigt sich langsam dem Ende entgegen. Abfahrt entlang der Aufstiegsspur (Bächenstock) meiner Meinung nach nichts Schönes (ausser oben auf dem Gletscherfirn)
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
Zusatzinfo betreffend Bächenstock-Traverse: In der Führerliteratur wird geraten, die Traverse bei der tiefsten Einsattelung zu verlassen und östlich auf den Gletscher zu wechseln. So haben auch wir es heute gemacht, wir würden es wieder so machen. ABER ACHTUNG: vom Startplatz keinesfall nur mit den Skischuhen schauen gehen, wie die "Sprungrampe" vorne aussieht - latente Gefahr des Einstürzens ca. 2m vor der Kante (ich war fast bis zur Brust drin und hatte unter den Füssen nichts als nur Luft... Dank der Pickelhilfe meiner Tourenpartnerin kam ich so wieder hoch...). Also: Ski anschnallen, mit oder ohne Felle spielt keine Rolle - und los gehts... Ca. 2 Meter müssen so im "Freifall" gesprungen werden - klappt problemlos, ist lediglich eine Mutprobe. Anschliessend Hang sofort verlassen, da oben zahlreiche Wächten auf einen spontanen Abbruch warten.

Tourenbericht mit zahlreichen Fotos: http://www.hikr.org/tour/post22222.html
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12.04.2010 um 20:48
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