Verhältnisse - Detail

Gipfel: anstatt Ferrata del Lago, Bivacco Varese/Passo Andolla

Route: Mattmarkstausee via Ofentalpass,Lago Cingino,Lago Camposecco-Passo Coronette-Bivacco Varese

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Verhältnisse

05.09.2010
3 Person(en)
nein, umgekehrt auf 2640m
Warum wir die geplante Route vom Bivacco über den KS Lago nicht machen konnten, habe ich gestern beschrieben.
Die Route vom Mattmarkstausee zum Bivacco Varese ist sehr lang....und vorallem führt sie in weiten Teilen über Geröll der fiesesten Sorte,stundenlanges konzentriertes Gehen ist angesagt.
Der Weg zum Ofentalpass fängt vielversprechend an, leicht steigt es sich zum Pass, wo eine geräumige Biwakschachtel steht (Decken vorhanden, keine Kochgelegenheit). Ab Passhöhe geht es dann zum ersten Mal richtig zur Sache, ekelhaftes, rutschiges Geröll (Zeichen nur spärlich vorhanden, im Abstieg praktisch nicht einsehbar) führt zur Ale Langera. Von da auf einem, leider nur kurzen Abschnitt auf einer autobahnähnlichen Suone, die jedoch bald in einem Tunnel verschwindet, der für Fussgänger nicht begehbar ist. Den Tunnel muss man auf einem schmalen Pfad, aufsteigend und absteigend, umgehen. Vom Lage Cingino führt ein Tunnel (die sog. Galeria di Cingino) unter den Lago Camposecco.Zum Tunnel gibt es zwei Zustiege, beim ersten Einstieg muss man eine Leiter hinunterklettern, der zweite Einstieg, in unmittelbarer Nähe, führt direkt in den Tunnel. Der Tunnel ist zwar beleuchtet /die Beleuchtung kann man selber in Betrieb setzen), es empfiehlt sich jedoch dennoch mit Stirnlampe zu gehen. Leute, die mehr als 1m75 gross sind,sollten unbedingt einen Helm tragen. Der Tunnel ist 3 km lang, unterschiedlich hoch, teilweise nass und glitschig. Beim Verlassen des Tunnels (es gibt wieder zwei Möglichkeiten, entweder direkt, oder über eine Leiter) bitte nicht vergessen das Licht zu löschen.
Der Aufstieg zum Lago di Camposecco ist extrem steil und führt streckenweise über das ehemalige Bahntrassee (Steilheit à la Gelmerseebahn). Vom Lago zum Passo Coronette sind es zwar nur ca 300 Hm...aber was für Höhenmeter!!! Fieses Geröll,das 50 Hm unter dem Pass in einem steilen Felscouloir endet, die angebrachten Ketten haben wir gerne benutzt.
Vom Passo zum Bivacco Varese ist es (auf der Karte) nur ein "Katzensprung".....der Katzensprung hatte es jedoch in sich, endlose Traversen über das hinterhältige Geröll, endlose Auf-bezw Abstiege über mehrere rutschige Moränen, dann wieder eine Geröllpassage bis danndirekt unter dem Bivacco Ketten den Aufstieg zum Adlerhorst erleichtern.....ja,und da erwartete uns die kalte Dusche (siehe Eintrag Sunnigpass/Ferrata del Lago).
Nach einer unruhigen Nacht, stiegen wir am nächsten Tag zum Rifugio Andolla ab, anfangs wieder über das uns schon so liebgewordene Geröll, später endlich auf einem anständigen Weg. Der anschliessende Aufstieg zum Passo d'Andolla war dann , nach all dem Geröllmühsal, ein richtiger Genuss, ebenso der Abstieg zum "Chäller" (bei Zwischbergen).
Die beschriebene Route ist landschaftlich sehr abwechslungsreich.....aber lang und nur für Geröll-liebhaber ein Genuss.
Zum Glück hat uns ein lieber Freund aus Gondo mit seinem Auto zurück zum Mattmarkstausee gebracht, wir wären sonst mit den div Oev's Stunden unterwegs.
Das Benehmen der 4 italienischen Bergführer (sie sind um etliche Jahrzehnte jünger als wir) gibt uns zu denken....wenn das der zukünftige Bergführernachwuchs ist (ohne Anstand und Rücksicht), dann werden die "alten" Bergführer zu species rara, schade!
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07.09.2010 um 21:50
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