Verhältnisse - Detail

Gipfel: Mont Blanc, Brenvasporn

Route: Unbeschriebene Route

Alban Glaser

Verhältnisse

31.05.2003
Am Samstag mit der Bahn auf die Aiguille du Midi und mit Skier Abfahrt Richtung Tour Ronde. Wiederaufstieg unterhalb Grand Capucin in das Gletscherbecken unterhalb des Mont Maudit, Querung in Richtung Col du Trident und 200Hm Aufstieg über 45 Grad Flanke zum Fourche Biwak. Biwak im guten Zustand (2001 erneuert, mehrere Decken, ca 10 Lagerplätze, kein Kocher, ein paar alte Lebensmittelpackungen vorhanden). Es war ziemlich warm ( Nullgradgrenze bei nahezu 4000m), am frühen Nachmittag beobachteter Eisschlag von der Poire in der Brenvaflanke, ständige Schneerutsche aus den Touren zum Mont Maudit hoch, und am Beginn des Kuffnergrates ständiger Steinschlag zum Brenvagletscher hinunter (bedroht aber nicht Kuffnergrat selbst )
Am Sporn denn ganzen Tag über kein beobachteter Eisschlag.
Aufbruch um 23:30 von der Biwakschachtel. Kurzes Abseilen von der Schachtel, Absteigen zum Brenvagletscher und Zustieg in einem Rechtsbogen unterhalb Mont Maudit zum Einstieg. ( Sicherheitsabstand zum Mont Maudit einhalten wegen Steinschlag, dafür hier keine offenen Spalten) Zugang zum eigentlichen Sporn über das Güßfeldtcouloir. Im Couloir zunächst guter Trittfirn, kein Eischlag, im oberen Drittel 55-60 Grad steil mit Blankeisstellen. Kurzes Sichern, wegen schlechten Eises.
Auf dem Sporn zunächst wieder guter Trittfirn bis knapp unterhalb des Seracriegels. Am Serac rechtsvorbeizuqueren sah schwierig aus wir entschieden uns links gesichert weiterzusteigen und über aufsteilendes Gelände (60 Grad, schlechtes plattiges, sprödes Eis ) auf den Serackopf auszusteigen ( hier Sonnenaufgang) und dann im Zickzack durch mehrere kleine Seracs durchzusteigen bis man auf einer Art Balkon unterhalb der Cote de la Mure ankommt. Hier leichter Ausstieg nach rechts über eine Art Rampe auf den Normalweg (Von der Cosmique Hütte her).
8:00 weiterer Aufstieg mit Skier . Abfahrt über den Corridor und den weitern Normalweg Richtung Mittelstation der Bahn problemlos ohne Seil fahrbar. Teilstücke ab Querung unterhalb der Aiguille du Midi zur Bahn rüber sind sogar noch befahrbar.
Insgesammt gute Verhältnisse, Supertour, derzeit noch lange Abfahrt mit Skiern möglich, bei niedrigeren Temperaturen wahrscheinlich noch besser.
Die Hauptschwierigkeiten liegen im Seracdurchstieg und zwar in der Wegfindung, wegen schlechten Eises Zeitverlust durch Sicherung. Linker Durchstieg schien der beste der Führervarianten ("Neige ,Glace et Mixte" )zu sein. Man sollte den Serac bei Sonnenaufgang erreicht haben wegen der sofortigen Sonneneinstrahlung. Vorsicht bei Austieg auf den Balkon vor labilen Schneebrücken.
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04.06.2003 um 12:10
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